Weitere Aufweichung des Mindestlohns

Nachdem bereits die Union angekündigt hat, einem Mindestlohn ohne Ausnahmen nicht zuzustimmen, schlägt nun unsere Arbeitsministerin Frau Nahles in die selbe Kerbe und setzt sich gegen die Wahlversprechen der SPD und für viele der einzige Grund, diese rückratslose Partei überhaupt noch einmal zu wählen, hinweg. Sie meint nämlich, daß es keine gute Idee sei, Jugendlichen unter 18 Jahren einen Mindestlohn zu zahlen. Jeder Jugendliche müsse eine Ausbildung machen und bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro wäre die Gefahr sehr groß, daß sich die Jugendlichen lieber für einen besser bezahlten Aushilfsjob entscheiden, als eine Ausbildung anzunehmen.

Jugendliche sind also Arbeiter zweiter Klasse, die man gut und gerne für Niedriglöhne einstellt und unter dem Deckmantel einer Ausbildung genauso hart und lang arbeiten läßt, wie normale Angestellte. Das beste Beispiel dafür ist der Einzelhandel, der momentan wieder verstärkt nach Auszubildenden Ausschau hält und mit super Arbeitsbedingungen, spanndendem Arbeitsumfeld usw wirbt. Ist Euch schon mal aufgefallen, wer da meistens an der Kasse sitzt? Entweder Frauen mittleren Alters, höchstwahrscheinlich auf 400 Euro Basis oder eben ein Auszubildender.

Sicher, ein Auszubildender leistet nicht so viel wie ein ausgelernter Mitarbeiter und kostet ein Unternehmen durch die zusätzliche Zeit, die man für das Anlernen der jungen Menschen investieren muß, mehr Geld. Aber wann haben denn Unternehmen aufgehört, diese Kosten als Investition in die Zukunft des eigenen Betriebes zu sehen? Wenn man Ausbildungsplätze schafft, um sich jungen Nachwuchs für sein alterndes Personal heranzuziehen, amortisieren sich diese zusätzlichen Kosten auf lange Sicht und alle profitieren davon. Wenn man allerdings nur massenhaft Ausbildungsplätze schafft, weil es die Politik fordert und eventuell Subventionen anbietet oder man recht viele geringbezahlte Arbeitskräfte zum Absenken der Personalkosten und zur Gewinnmaximierung braucht, dann schadet der Mindestlohn von 8,50 Euro natürlich extrem.

Hier hat die Arbeitgeberseite mal wieder extrem gewettert und ihre Lobbyisten in die Spur geschickt – mit Erfolg. Nicht nur die CDU, die von Anfang nicht mit dem Mindestlohn warm werden wollte, sondern nun auch die SPD sind dem Jammern der Arbeitgeberverbände auf den Leim gegangen und weichen auf, was sie an Wahlversprechen gegeben haben. Und somit sehen wir mal wieder, was von dem ganzen Vorwahl-Gefasel überhaupt zu halten ist: absolut nichts! Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!

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