Der Volksaufstand des 17. Juni 1953 in der DDR

Vor 61 Jahren kam es in der Deutschen Demokratischen Republik zu einem landesweiten Aufstand, der als Volks- oder Arbeiteraufstand in die Geschichtsbücher einging. In einer Welle von Streiks, Demonstrationen und Protesten verschafften sich die Arbeiter Gehör für ihren Frust bezüglich beschlossener erhöhter Arbeitsnormen und die Ignoranz der DDR Führung gegenüber den Bedürfnissen der Arbeiterklasse.

Der bis dahin nicht sonderlich wichtige Bereich der Schwerindustrie sollte durch Beschluss der SED Regierung einseitig gefördert werden, was durch einseitige Verwendung der sowieso schon knappen Geldmittel zu Engpässen in der Versorgung führte, da dringend benötigte Mittel für die Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie fehlten. Um zu Spitzenzeiten den Bedarf der Industrie zu decken, kam es zum Beispiel bei Einbruch der Dunkelheit oft zu Stromabschaltungen.

Der 17. Juni verlief in vielen großen Städten der DDR ähnlich, vor allem in den Industrieregionen von Halle, Magdeburg, Leipzig und Dresden und natürlich in Berlin. Die Belegschaft vor allem großer Betriebe trat mit der Frühschicht in den Streit und formierten sich zu Demonstrationszügen. Die Aufständigen besetzten Kreisgebäude, Bürgermeistereien, Kreis- und Bezirksleitungen der SED, Gefängnisse, Dienstgebäude der Staatssicherheit sowie Polizeireviere. In den Kreisen Görlitz und Niesky wurde sogar für wenige Stunden das SED Regime beseitigt.

Die SED Regierung war zum Handeln gezwungen und strahlte am Nachmittag eine Erklärung des Ministerpräsidenten Otto Grotewohl im Rundfunk aus; darin wurde ausdrücklich die Rücknahme der Normenerhöhung erklärt. Den Aufstand erklärte er als das Werk von Provokateuren und faschistischen Agenten ausländischer Mächte und ihrer Helfershelfer aus deutschen kapitalistischen Monopolen.
Mit der Verhängung des Ausnahmezustands für 167 der 217 Landkreise der DDR regierten die sowjetischen Behörden auf den Aufstand und übernahmen damit wieder offiziell die Regierungsgewalt über die DDR. Die sowjetischen Truppen und ihre entsendeten Panzer demonstrierten vor allem Präsenz und schüchterten die Aufständigen dahingehend ein, dass sich der Aufstand danach recht bald zerstreute.

55 Todesopfer sind durch Quellen belegt, weitere 20 Todesfälle sind bisher ungeklärt.

Als eine Auswirkung des Volksaufstandes muss man wohl den Ausbau eines dichten Bespitzelungsnetzes der SED gegen die eigene Bevölkerung nennen um etwaige weitere Aufstände im Keim ersticken zu können. Außerdem wurde mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 ein weiterer Schritt zur Einschüchterung der DDR Bevölkerung unternommen.

Ich war erstaunt darüber, wie wenig ich selbst als Ossi (Jahrgang 1979) über diesen Volksaufstand wusste. In der Schule wurde dies nie besprochen, da man sich im Geschichtsunterricht immer nur auf die beiden Weltkriege beschränkt und alles danach vernachlässigt und nur ein bisschen davor zu erwähnen gedenkt. Das muss sich unbedingt ändern, damit sich unser Geschichtswissen nicht nur auf Weltkriege und die Schuldfrage der Deutschen beschränkt!

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_des_17._Juni

Advertisements

Tags: , ,

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: