6 teilige Reihe: Die Folgen der Privatisierung; Teil II

Privatisierung im Gesundheitswesen

Eine besonders perfide Art, Geld auf Kosten anderer zu machen, lässt sich seit Jahren im Bereich der Krankenhäuser beobachten. Betroffene Mitarbeiter aber auch Patienten beklagen sich seit Jahren über die abnehmende Qualität der Leistungen und es häufen sich Berichte wonach der Personalmangel sich immer massiver auf die Versorgung der Kranken auswirkt. (4)

Sorgearbeit (Fürsorge, Erziehung, Unterstützung) ist personenbezogen; zwischenmenschliche Beziehung macht einen Teil und damit auch deren Qualität aus. Sie ist zeitaufwendig und lässt sich nur bedingt rationalisieren, die Möglichkeit der Steigerung der Produktivität wie in der industriellen Produktion ist wesentlich geringer als in anderen Wirtschaftszweigen. Beschleunigt man den Arbeitsprozess oder reduziert Personal, wirkt sich dies erheblich auf die Qualität der Arbeit aus. Die sogenannte Care-Ökonomie ist wertschöpfungsschwach und wird daher gern entweder der privaten Initiative von Angehörigen oder dem Staat überlassen, der diese Aufgaben durch Steuern und Abgaben finanziert. (5)

Stellt sich die Frage, warum man Krankenhäuser überhaupt privatisiert, wenn man von vorne herein weiß, dass hier keine Gewinne zu machen sind, solange man sich für das Wohl der Kranken interessiert. Indem man Kliniken aber an private Träger veräußert und diese den Krankenhausablauf einem rigorosen Sparzwang unterstellen, gefährdet man nicht nur das Wohl und Leben seiner Patienten, sondern auch seiner Mitarbeiter. Privatisierung im Gesundheitswesen kann nur zu einer verringerten Qualität führen, wenn man o.g. Prinzipien verinnerlicht hat.

Und wie sieht die Realität nun aus? Privatisierung geht einher mit der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Krankenhäusern; oft werden diese in Tochterunternehmen ausgegliedert, wo sie eine deutliche Absenkung ihrer Einkommen und Reduzierung von Sozialleistungen hinnehmen müssen. Oftmals werden in den Kaufverträgen vereinbarte Beschäftigungssicherungen genau so umgangen und dabei noch vom Veräußerer gezahlte Mittel für die Beschäftigungssicherung eingesackt.
Eine auf Rendite orientierte Aktiengesellschaft eignet sich nicht als Krankenhausträger, das sollte auch dem naivsten Befürworter der Privatisierung klar sein. 15% Rendite sind die Richtmarke für Kliniken. Hier wird also mit der Krankheit von Menschen richtig viel Geld gemacht indem man überteuert abrechnet und seine Mitarbeiter verbrät. Und bei welchen anderen Anlageformen bekommt man schon 15% Rendite? (6)

Leider hat man folgendes Prinzip total vergessen: „Im Mittelpunkt des Wandels sollten die Gesundheit und die optimale Betreuung kranker Menschen stehen, nicht eine Kostendämpfung oder eine Gewinnmaximierung.“

Resultat der Privatisierung: Und weil sich das viele Deutsche nicht mehr gefallen lassen wollen, ist man dazu übergegangen, billige Arbeitskräfte aus dem Ausland zu uns zu holen, die ihre Arbeitnehmerrechte nicht kennen, nicht klagen und sich nicht trauen, das Wort gegen ihre Ausbeuter zu erheben. Asiatinnen sind besonders beliebt, da diese aufgrund ihrer Mentalität nicht klagen und extrem hart arbeiten. Osteuropäer sind ebenso beliebt, da diese ihren wirtschaftlich zerstörten Heimatländern den Rücken kehren wollen und eine Alternative suchen.

Quellen:

(4) http://www.fr-online.de/rhoen-klinikum-marburg/rhoen-klinik-rhoen-geht-gegen-kritiker-vor,2641638,26664364,view,printVersion.html
(5) http://www.freitag.de/autoren/seifert/care-revolution
(6) http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/klinikmanagement/article/865144/gewinn-fresenius-chef-erhoeht-druck-kliniken.html

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