“Ebola? Jede Grippe ist gefährlicher!”

Anläßlich der Fülle an Ebola Meldungen in den letzten Tagen und Wochen auch von mir nochmal ein sehr interessanter Artikel, der die Gefahren abwägt und Hintergründe beleuchtet.

Gefunden hier: http://www.sein.de/koerper/heilung/2014/ebola-jede-grippe-ist-gefaehrlicher.html

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Ebola tritt nun auch in den USA und Europa auf. Wieder einmal wird Angst geschürt und flächendeckende Impfungen gefordert. Wie gefährlich ist das Virus wirklich?

 

Ebola – die nächste Schweinegrippe?

Hatten wir das nicht alles schon mal? Ein tödliches Virus, das ständig mutiert und sich auf der ganzen Welt auszubreiten droht? Die perfekte Seuche, mit Millionen von Toten, mindestens? Auch bei der Schweinegrippe waren die Medien voll von beängstigenden Meldungen, bevor der „tödliche Supervirus” plötzlich fast über Nacht im Nichts verschwand – und die Regierungen auf tonnenweise Impfstoffen sitzen blieben, die sich kein halbwegs informierter Menschen mehr spritzen lassen wollte. Und was rankten sich für sonderbare Verschwörungstheorien um die Schweinegrippe!

Anders ist es auch diesmal nicht. Aber diese Krankheit hat noch einige andere interessante Dimensionen, die es zu überdenken lohnt.

 

Wie gefährlich ist Ebola wirklich?

Während viele Medien Ebola (mal wieder) als das Killer-Virus schlechthin darstellen, sind längst nicht alle Virologen der Meinung, dass es wirklich eine ernste Gefahr darstellt.

Der Immunologe Beda M. Stadler vom Institut für Immunologie des Inselspitals Bern etwa ist von Ebola nicht sonderlich beeindruckt. Diese Seuche komme “vor allem aus Hollywood” summiert er nüchtern.

Die Inkubationszeit des Virus sei zu kurz, das Virus selbst zu groß, als dass es je per Tröpfcheninfektion (über den Atem) übertragen werden könnte. Eine Ausbreitung sei nur in Afrika möglich, wo die Hygiene-Standards niedrig sind. In Europa hätte Ebola „null Chance”:

„In der Schweiz hätte Ebola null Chance. Wir haben nur schon kulturell bedingt ganz andere Hygiene-Standards. Die Menschen in Afrika haben sich bei Begräbnissen mit Umarmungen und Küssen von Ebola-Opfern verabschiedet. Hier würden sie kremiert werden und die Gefahr wäre gebannt. Zudem sind die Spitäler gut ausgerüstet, das Personal ausgebildet und mit Quarantäne-Situationen vertraut. Jede Grippe ist gefährlicher als Ebola.[…] Bei Grippewellen sterben in Europa mehr Menschen als bisher in Afrika gestorben sind.”

Die Infektionen in den Krankenhäusern seien fatale Fehler von einzelnen Menschen – für gut geschulte Fachleute sei ein Virus wie Ebola leicht zu kontrollieren. Und die Mutationen?

„Das ist eben auch so ein Blödsinn. Jedes Virus mutiert ständig. Das ist normal, aber nicht gefährlich. Gefährlich wäre es erst, wenn Ebola plötzlich auch per Tröpfchen übertragen werden könnte. Dafür ist das Virus aber rein physisch viel zu groß.”

 

Die Angst vor Ebola

Die Angst vor Ebola sei also unbegründet, bei Laien aber verständlich. Denn die Mortalität des Virus ist recht hoch, das Erscheinungsbild sehr unschön. Aber wenn es so ungefährlich ist, wozu dann die Angstmache? Finanzielle Interessen, vermutet der Virologe:

„Den Impfstoff könnten meine Studenten in einem halben Jahr beweisen. Nur war damit bisher kein Geld zu verdienen. Die Industrie investiert nicht hunderte Millionen in eine Impfung, die sie nicht verkaufen kann. Jetzt würde man natürlich reich. Warten sie nur, in ein paar Monaten ist der Impfstoff da.”

 

Das Patent auf Ebola

Da kommen wir dann auch schon zum sonderbaren Teil der Geschichte, der derzeit in den Internetforen die Runde macht. Denn es gibt ein Patent aus 2009 auf das Virus. Der Inhaber? Die US-Regierung. Wem zuckt da nicht der „hab-ichs-doch-gewusst”-Reflex? Und so gibt dieser Umstand – ganz analog zur Schweinegrippe – Anlass zu allerlei wüsten Theorien.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Patent um ein für die Erforschung von Impfstoffen heute übliches Patent, das in keiner Weise eine Besonderheit darstellt. Auch dass die US-Regierung es hält, ist keine Ausnahme, da die betreffende Forschung an staatlichen Instituten stattfand. Solche Patente gibt es auch für Masern und alle anderen Krankheiten. Kein Grund zur Aufregung, abgesehen vielleicht von der grundsätzlichen Kritik an Patenten.

Interessanter wird es schon bei den Impfstoffen, die nun im Eilverfahren entwickelt werden. Möglich gewesen wäre das schon lange, fertige Impfstoffe gab es schon 2003 – nur keinen finanziellen Anreiz, sie zu entwickeln. Der ist nun gegeben und schon stehen mit GlaxoSmithKline, Tekmira Pharmaceuticals, Sarepta Therapeutics, Mappbio und weiteren gleich mehrere Firmen in den Startlöchern – und die Aktien gehen sämtlich durch die Decke. Schon bevor die erste Spritze gesetzt ist, werden so von Insidern bereits Millionen verdient.

Wer sich durch die Beteiligungen an diesen Firmen wühlt, wird einige alte Bekannte treffen: Monsanto, Pfitzer, die Bill-Gates-Stiftung und andere Firmen, die uns allen für ihren unermüdlichen und selbstlosen Einsatz für die Menschheit so sehr ans Herz gewachsen sind. (Vorsicht: Ironie)

Die Doppelmoral von Ebola

Die Besorgnis des Westens um den Ebola-Ausbruch in Afrika ist doch erstaunlich. Auch das Ausmaß an Hilfe, die plötzlich bereitgestellt wird, mutet merkwürdig an, wenn man bedenkt, dass in der Zeit, in der etwa 4000 Menschen an Ebola starben etwa 350.000 Afrikaner an Malaria gestorben sind – eine Krankheit, die heilbar ist und mit geringsten finanziellen Mitteln besiegt werden könnte.

Um Afrika geht es dem Westen also ganz sicher nicht. Aber um was dann? Geld ist offensichtlich, Angst-Mache auch – aber steckt noch mehr dahinter?

Die Reduktion der Weltbevölkerung ist natürlich ein beliebter Dauerbrenner, den Verschwörungsfreunde eigentlich bei jeder Gelegenheit aus der Mottenkiste holen. Geschenkt. Interessanter sind da schon Theorien, welche Ebola mit den aktuellen Flüchtlingsströmen in Verbindung bringen: Wird uns das Bild von kranken Afrikanern ins Gedächtnis gebrannt, die an unseren Zäunen kratzen und die Seuche nach Europa bringen? Ließen sich so die drakonischen Maßnahmen gegen afrikanische Einwanderer leichter verkaufen? Lässt sich Europa leichter nach außen abschotten, wenn alles südlich von uns kranke Afrikaner und alles östlich entweder Terroristen oder böse Russen sind? Wenn alles dunkelhäutige irgendwie ein Unwohlsein in uns wachruft? Immerhin ein interessanter Gedanke.

Zudem braucht man hin und wieder eine Seuche, wenn man Gesetze haben möchte, welche es erlauben, der eigenen Bevölkerung im Fall von Seuchen einige Grundrechte zu entziehen. Und in Afrika kann man gleich mal ausprobieren, wie es funktioniert, ein ganzes Land unter Hausarrest zu stellen, selbst wenn die Menschen dabei fast in ihren Hütten verhungern.

 

Die Blase platzt

Aber auch noch andere Dimensionen dieser Krankheit sind bedenkenswert. Die wohlige Insel, auf der die westlichen Industrienationen bisher lebten, erweist sich durch garstige Zwischenfälle wie Ebola als weit weniger getrennt vom Elend der Welt, als erhofft.

Während wir vor dem Apple-Store kampieren, um das neueste Telefon zu ergattern, sterben in Afrika jedes Jahr Millionen von Menschen an Krankheiten, die wir mit dem Werbe-Budget solcher Produkte leicht besiegen könnten, wenn wir es nur wollten. Aber es interessiert uns nicht, genauso wenig wie der Welthunger.

Krankheiten wie Ebola zeigen plastisch, dass wir auf dieser Erde alle verbunden sind. Es wird keine rosige Blase geben, die nicht irgendwann platzt, kein Problem, dass nicht irgendwann auch uns erreicht. Es ist ein Trugschluss zu glauben, man könne ganze Kontinente über längere Zeit im Elend versinken lassen, während man Smoothies schlürft. Afrika schien weit weg, nun ist es dank Ebola plötzlich unangenehm nah.

So wie die Ungerechtigkeit in den westlichen Ländern von Jahr zu Jahr immer offensichtlicher wird, so geschieht dies auch global. Wir werden es nicht mehr lange ignorieren können. Krankheiten, Terroristen, Kriege – sie sind alle Symptome von Ungleichheiten, die wir längst hätten angehen müssen.

Und so kann Ebola uns auch Anlass geben, nach dem Verbindenden zu suchen, statt nach dem, was uns trennt. Es kann ein weiterer Aufruf sein, zu realisieren, dass wir uns entweder um alle Wesen auf dieser Erde kümmern, oder irgendwann alle gemeinsam die Konsequenzen tragen.

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