Was essen wir wirklich? (von den Netzfrauen)

Original hier: http://netzfrauen.org/2014/10/28/essen-wir-wirklich/#more-20079

Was essen wir wirklich?

Wenn wir wüssten, was wir essen, würden wir es vielleicht gar nicht mehr essen wollen.

Gift aus dem Supermarkt: Viele Verbraucher fürchten sich vor Pestiziden und anderen schädlichen Stoffen, die sich auf Salat, Paprika und Co. befinden. Aber wie belastet ist das Gemüse aus dem Supermarkt tatsächlich?

Kann man das, was wir heute zu uns nehmen, noch „Nahrungs“-mittel nennen? Wollen Sie unsere Meinung dazu wissen? Wir sagen „Nein“!

Mit „Nahrung“ und damit auch mit „Ernährung“ hat das nichts mehr zu tun. Angefangen beim Saatgut, über die Verarbeitung bis hin zu den Zusatzstoffen – das, was häufig auf unseren Tellern und in unseren Mägen landet, hat es nicht verdient „Nahrungs”-mittel genannt zu werden – auch nicht „Lebens“-mittel. Industriell ver- oder aufgearbeiteter Müll – mit einem Einheitsgeschmack, den niemand in einem püriertem Zustand zuordnen könnte.

Diese „erfolgsoptimierten Füllstoffe“ nähren uns nicht, häufig schaden sie uns langfristig sogar.

Glückliche Kühe, auf grünen Wiesen – daran möchten wir Konsumenten glauben, wenn wir unser täglich Fleisch zu uns nehmen. Doch die Wirklichkeit der „natürlichen” Nahrungsmittelproduktion in Industrienationen sieht um einiges düsterer aus.

Die heutigen Nahrungsmittel, stammen mittlerweile weitestgehend aus der Fließbandproduktion. Arbeiter und Tiere werden missbraucht, die Nahrungsmittel immer gefährlicher – und das verheimlicht man uns mutwillig. Wenige multinationale Konzerne bestimmen das Nahrungssystem. Sie kontrollieren es vom Saatgut bis zum Supermarkt. Es sind Monopolisten, die längst kein Fleisch mehr von glücklichen Kühen oder Hühnern verkaufen, obwohl ihre Werbung das immer noch suggeriert.

Genmanipuliertes Getreide, mit Medikamenten versetztes Tierfutter, hormonbehandeltes Mastvieh – die Liste des Schreckens ist lang und kaum ein landwirtschaftlicher Bereich, der nicht schon von einem Skandal betroffen gewesen wäre. Doch was wissen wir eigentlich wirklich über die Lebensmittel, die wir täglich essen?

18 Millionen Amerikaner leiden an einer GVO und Gluten-Intoleranz

Gluten-Intoleranz ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Die Forschung schätzt, dass über 18 Millionen Amerikaner heute an einer Gluten-Unverträglichkeit leiden. Diese neuen Gluten-Empfindlichkeiten sind wahrscheinlich auf genetische Veränderungen von Pflanzen zurückzuführen – und während es sich dabei nicht um GVO-Weizen handelt, wir aber schon mal dabei sind – GVO und moderner Weizen bringen uns um.

Der Weizen aus der Massenproduktion verwandelte sich in toxisches Junk-Food und die Kombination der beiden verursacht nun Kopfschmerzen, Magengeschwüre, Prostata-Krebs, IBS (Irritable Bowel Syndrome), Blasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs und, für einen sehr großen Anteil der Bevölkerung alle Arten von Verdauungs-Problemen. Zöliakie ist auch auf dem Vormarsch – ebenfalls durch den Verzehr der Proteine im GVO-Gluten verursacht. Früher war es eine seltene Krankheit und nun verbreitet es sich überall. [Lesen Sie dazu: 18 Millionen Amerikaner leiden an einer GVO und Gluten-Intoleranz – 18 Million Americans Suffer from GMO and Gluten Intolerance]

Der Verzehr von Fisch und Fleisch

Würden Sie einen Fisch essen, wenn Sie wüssten, dass dieser aus einer Zucht kommt, wo Fischkadaver und Unmengen an Futterresten an der Wasseroberfläche eines Teiches schwimmen? Dazu noch mit unbehandeltem Hühnermist gefüttert werden? Die weltweite Produktion, die Fischzucht hat dieses Jahr erstmals die Rinderzucht überholt. Dieser Wendepunkt in der Ernährungsweise der Menschen wurde durch ein riesiges Netz von Fischzucht-Betrieben ermöglicht, welche eine enorme Menge an Fisch und Meeresfrüchten auf kleinstem Areal mit minimalem Aufwand produzieren können. [Lesen Sie dazu: Igitt – In Asien gezüchtete Fische werden mittels Hühner- und Schweinekot aufgezogen]

Massenware Antibiotika in der Massentierhaltung – katapultieren uns die katastrophalen Auswirkungen medizinisch zurück ins Mittelalter! 15.000 Menschen sterben allein in Deutschland jedes Jahr an Infektionen. Schuld sind resistente Erreger, gegen die kein Antibiotikum mehr wirkt. Die sogenannten „Krankenhauskeime” verursachen unter anderem Wunden, die nicht mehr verheilen. [Lesen Sie dazu: Es geht um eine Gesundheit von Mensch und Tier – 15.000 Menschen sterben allein in Deutschland jedes Jahr an Infektionen]

Hühner werden heute in der Hälfte der Zeit wie vor 50 Jahren doppelt so schwer. Die Tiere nehmen so schnell zu, dass die Knochen die Fleischmassen nicht tragen können und sie alle paar Schritte umkippen. Hühnerhalter werden durch hohe Kredite abhängig von den großen Fleischkonzernen.

Wer die Tiere nicht nach deren Vorgaben hält, nämlich in riesigen Hallen ohne Tageslicht, dem wird der Vertrag gekündigt. Die gleichen Zustände herrschen auf dem Saatgutmarkt. 90 Prozent aller Sojabohnen in den USA enthalten Gene, auf die die Firma Monsanto ein Patent hat. Ehemalige Monsanto-Mitarbeiter, die in die Politik gewechselt sind, waren federführend an der Entscheidung beteiligt, gentechnisch veränderte Produkte nicht zu kennzeichnen. Mit dem Ergebnis, dass heute 70 Prozent aller verarbeiteten Produkte in einem amerikanischen Supermarkt gentechnisch veränderte Zutaten enthalten. Mit aller Macht verhindern große Konzerne in Amerika, dass Verbraucher erfahren, wie ihr Essen hergestellt wird. Kritiker werden mit Prozessen überzogen und so mundtot gemacht.

FOOD, INC. zeigt, wie eine Handvoll Konzerne darüber bestimmt, was wir essen und was wir über unser Essen wissen dürfen. Und wie verantwortungslos die Lebensmittelindustrie handelt und zur Wahrung des eigenen Profits die Lebensgrundlage zahlreicher Landwirte und die Gesundheit der Konsumenten aufs Spiel setzt.

Im Dezember 2013 reiste der bekannte CCTV-Moderator Cui Yongyuan in die Vereinigten Staaten, um einen 70minütigen Dokumentarfilm zur Gen-Debatte zu produzieren. Die Unternehmer, die gerne mehr Gentechnik in China einsetzen würden, argumentieren häufig mit der US-Behörde für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassung (FDA).

Diese habe schließlich – genauso wie das US-Agrarministerium und auch die Weltgesundheitsorganisation – genetisch veränderte Lebensmittel allgemein als „unproblematisch” eingestuft. Dem ging er nach und was er erfahren hat, ist sehr interessant.

So kritisierte die US-Ärztin Hyla Cass in Cuis Dokumentation, warum es die pauschale Unbedenklichkeitsbescheinigung für Genfood durch die US-Behörden gibt. Sie hält die Entscheidung für politisch motiviert und unwissenschaftlich: „Lassen Sie mich erzählen, was die Wissenschaftler von der FDA gesagt haben, als sie erstmals den Vorschlag der Firma Monsanto über genetisch veränderte Lebensmittel für Menschen gehört haben:

Sie sagten: „Das ist sehr gefährlich. Wir wissen nicht, was passieren wird. Genetisch veränderte Lebensmittel Menschen zu geben, birgt große Risiken. Es sollte nicht gemacht werden. Dazu braucht es mehr Studien.” Und was ist dann passiert? Es gab einige politische Manöver und so änderte sich die Situation:

Das Personal in der FDA wurde ausgetauscht und plötzlich war genmanipuliertes Essen auch für die FDA okay und es hieß „Oh, alles kein Problem. Alles total harmlos. Das ist Politik, keine Wissenschaft! – Damit hat die FDA entgegen der wissenschaftlichen Fakten entschieden.” Quelle

Die Lebensmittelindustrie in den USA und nicht nur dort, möchte nicht, dass wir wissen, was wir essen. Denn wenn man es wüsste, würde man es vielleicht gar nicht essen wollen.

Netzfrau Doro Schreier

Sie sind nicht krank, Sie sind vergiftet! Ist es nicht an der Zeit Plastikflaschen zu boykottieren?

Wenige Konzerne beherrschen die weltweite Lebensmittelproduktion

Die Top 10 der Pharmakonzerne – Das große Fressen

Geiz ist NICHT geil – Wie an europäischen Lebensmitteln die Welt verhungert

In „naturbelassen“ sollte auch nur Natur drin sein – Der Etikettenschwindel der Nahrungsmittel-Industrie

Fängt schon das Risiko der Vergiftung gleich nach der Geburt an?

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