Die Anschläge in Paris Teil II

Nach den neuesten Ereignissen in Frankreich kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Wer soll denn bitte diese ganze Farce noch glauben? Was haben diese Terroristen eigentlich für eine Faszination mit ihrem Personalausweis / Reisepass? Komisch, dass immer diese an Tatorten gefunden werden, natürlich mit arabischen Namen. So war es schon am 11. September, als in einem komplett eingestürzten und abgebrannten Hochhaus ein unversehrter Personalausweis gefunden wurde. Ach wie praktisch! So nun auch in Paris. Würde ich eine Straftat planen, bliebe der Perso sicher zu Hause, schließlich möchte ich vermeiden, dass mich jeder sofort identifizieren und somit leichter nach mir fahnden kann.

Auf der Flucht haben sich zwei der Attentäter mit Geiseln in einer Druckerei verschanzt und wurden beim Erstürmen des Versteckes getötet. Die einzigen Personen, die Aussagen zu Motiv, Hintergründen, Planung, eventuellen Mitwissern und –tätern des Attentats machen können, werden erschossen! Sorry, aber das ist zu einfach. Wollte man diese Leute wirklich befragen um Details zu erfahren oder war man mit den Infos, die seit gestern durch die Presse geistern vollkommen zufrieden? Sollte das Attentat vielleicht gar nicht aufgeklärt werden, wie so viele andere davor (zum Bespiel das Attentat auf das Münchner Oktoberfest oder die Schüsse auf dem Maidan, die zur Absetzung des damaligen ukrainischen Präsidenten beitrugen). Nennt mich Verschwörungstheoretiker oder was Ihr sonst noch wollt, aber ich lasse mich von meiner Meinung nicht abbringen. Hier ist was faul, die ganze Sache stinkt gewaltig!

Ein paar Pressestimmen dazu:
1. Wolfgang Lieb auf den Nachdenkseiten: „Mit dem Wissen wächst der Zweifel“ http://www.nachdenkseiten.de/?p=24510#more-24510 (leider nicht mehr ganz aktuell, der Tod der Attentäter wurde hier noch nicht berücksichtigt)

2. Pressemitteilung des IMV Institut für Medienverantwortung, Dr. Sabine Schiffer: „Charlie Hebdo – ein Symbol für Missverständnis und Polarisierung“ http://www.medienverantwortung.de/wp-content/uploads/2009/07/20150108_IMV-PM_CharlieHebdo.pdf (nachfolgend aufgeführt)

„Während die Familien der 12 Ermordeten vom 7.01.2015 in Paris noch kaum begriffen haben dürften, welches Schicksal sie getroffen hat, ist die Untat medial bereits endgültig in die vorhandenen Frames einsortiert. Exemplarisch schreibt Die Berliner Zeitung von heute: „Das Massaker von Paris ist Rache für satirische Zeichnungen, in denen die Täter eine Verunglimpfung ihres Propheten sehen.“

Woher wissen die Redakteure das? Aus den Ausrufen, die die Killer während des Angriffs gemacht haben sollen? Könnte nicht jeder so etwas rufen? Oder wissen sie es durch den glücklichen Fund des Personalausweises eines Verdächtigen, den er aller sonstigen Professionalität zum Trotz in einem der Fluchtautos verloren haben soll? Er weist einen arabischen Namen auf. Ist damit bereits alles erklärt?

Und wenn die Mörder tatsächlich fanatische Islamisten gewesen sind, wieso geht dann fast niemand der kommentierenden Politiker und Medienvertreter davon aus, dass die Muslime ebenso empört über die Tat sind, wie alle anderen auch? Merkt man nicht, dass man sie durch die Interpretationen und Forderungen, die jetzt ebenso vorschnell in den Raum geworfen werden wie die Schlussfolgerungen aus der Tat, aus der Gesellschaft ausgliedert?

Wichtige andere Hinweise und Fragen sucht man bisher in der Berichterstattung weitestgehend vergeblich: Warum hatte die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo trotz mehrfacher Anschläge keinen Gebäudeschutz mit mehreren Polizisten, sondern nur Personenschutz für den Chefredakteur? Woher wussten die Attentäter, dass genau zu dem Zeitpunkt die wöchentliche Redaktionssitzung stattfand, bei der
ausnahmsweise viele Mitarbeiter da sind? Was bedeutet es, dass diese Tat ganz offensichtlich lange geplant war?

Wer auch immer die Terroristen waren und welche Motive sie genau verfolgten, die beobachtbaren Reflexe der Zuweisung von Unterstellungen und Ängsten haben bereits einen wesentlichen Effekt erzielt: Spaltung und Polarisierung. Weitere Radikalisierung und Eskalationen auf allen Seiten sind daher zu erwarten. Die
„Lügenpresse“-Rufer von gestern feiern nun bereits die Meinungs- und Pressefreiheit als nützlicher Gegenpol zu Islam und Muslimen.

Europa geriert sich als Hort der Freiheit, als ob aktuell etwa nicht weltweit die Medienfreiheit verteidigt werden muss. Im letzten Jahr starben viele Journalisten bei der Arbeit, wie Reporter ohne Grenzen regelmäßig veröffentlicht. Die einen Toten sind nicht weniger wert als die anderen.

Umso wichtiger ist es nun, dass unsere Medien als Vierte Gewalt nicht vorschnell urteilen und weiter Stereotype bedienen, sondern eine konsequente Rechtsstaatlichkeit einfordern. Sowohl die Verbrechen von Paris müssen rechtsstaatlich verfolgt werden, als auch die Verhetzung Muslimen gegenüber. Nur bei konsequentem Eintreten gegen den Missbrauch der Meinungsfreiheit, die üble Nachrede und Volksverhetzung aus historischen Gründen nicht mit einschließt, ist eine weitere Polarisierung und Radikalisierung auf allen Seiten zu verhindern. Wer hier relativiert, arbeitet den falschen Kräften zu.

Charlie Hebdo als linke Satirezeitschrift hat zwar immer provoziert, aber konsequent gegen alle und jeden polemisiert – das ist in jedem Fall zu verteidigen. Darum ist sie mit der einseitig ausgerichteten Jyllands Posten auch nicht im gleichen Kontext zu sehen. Dass nun alle möglichen Zeitungenreligionskritische Karikaturen nachdrucken, mag als Akt der Verzweiflung in diesem schweren Moment durchgehen. Dass man dadurch geopolitische und weitere möglicherweise relevantere Aspekte weltweit ausblendet, sollte langfristig korrigiert werden. Dazu bedarf es besonnener Analysen, die jenseits von Apologismen wieder Raum und Recht gewinnen müssen. „

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