Video: Alphabet – Angst oder Liebe

Alphabet – Angst oder Liebe ist eine Dokumentation über unser Bildungssystem und wie wir Kinder in Strukturen pressen und in bestimmte Bahnen zu lenken versuchen. Eine Praxis, die ihnen nicht nur ihre unbeschwerte Kindheit raubt sondern ihnen Dinge ab verlangt, die ihrem Wissens- und Lerndrang entgegenstehen und kindliche Neugier, Kreativität und den Wunsch nach Lernen ziemlich schnell vernichtet. Zu Beginn besuchen wir China, welches bei den PISA Studien und Tests regelmäßig auf den vordersten Rängen landet. Erwähnt wird dabei nicht, dass diese Kinder manchmal nicht vor 23 Uhr ins Bett kommen und selbst an den Wochenenden mit Lernen beschäftigt sind, nur um dem Druck der Gesellschaft und von den Eltern standzuhalten.

Sehr anschaulich auch eine über mehrere Jahre durchgeführte Studie, wonach 1500 Probanten Fragen beantworten mussten, um ihr „Genie“ Level im unkonventionellen Denken zu ermitteln. Die Ergebnisse sind alarmierend. Im Alter von 3-5 Jahren erreichten 98% das Niveau genial. Die selben Kinder wurden im Alter von 8-10 erneut getestet und nur 32% erreichten das Niveau genial. Im Alter von 13-15 dann nur noch 10%. Zur Kontrolle testete man außerdem 200.000 Erwachsene im Alter von 25 aufwärts und dort erreichten nur sage und schreibe 2% das Niveau genial! Was war passiert? Man kann wohl davon ausgehen, dass die Tatsache, dass all diese Menschen in Kindergärten und Schulen unterrichtet wurden, eine große Rolle dabei spielt, dass ihre anfänglich vorhanden Fähigkeiten mit der Zeit verkümmert sind, weil sie nicht richtig gefördert beziehungsweise weil Kreativität, Spontanität etc unterdrückt wurden.

In unseren Bildungseinrichtungen werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene herangezogen („eingerichtet“), die ihre Funktion in der Gesellschaft erfüllen sollen. Sie müssen funktionieren, sollen keine Fragen stellen und sich auf sich ändernde Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Ereignisse nicht selbständig anpassen können. Sie werden von klein auf für den Rest ihres Lebens von der Angst begleitet, nicht gut genug zu sein, nicht dazu zu gehören, nicht klug genug zu sein, oder hübsch genug, nicht genug leisten zu können und aufgrund dieser Unangepasstheit und Unvollkommenheit keinen ordentlichen Job zu bekommen, von dem man auskömmlich leben kann.

Wunderbar passt zu dieser Doku eine kleine Geschichte, die ich vor ein paar Wochen in den social media gelesen habe. Ein westlicher Forscher kommt in den afrikanischen Urwald und trifft auf eine Gruppe Kinder. Er präsentiert ihnen eine Schüssel gefüllt mit leckeren süßen Früchten und verspricht demjenigen die Schüssel für sich allein, der als erster eine etwas entfernte Palme erreicht hat. Völlig verdutzt muss er mit ansehen, wie sich die Kinder bei der Hand nehmen und gemeinsam zur Palme laufen, um dort gemeinsam die Schüssel mit den Früchten aufzuessen. Auf seine Frage, warum sie denn die Schüssel nicht lieber hätten alleine essen wollen, bekommt er die Antwort, dass es doch viel mehr Spaß mache, diese mit den anderen zu teilen. Nun stellt Euch doch bitte mal vor, wie dieses Experiment in Deutschland (oder ganz allgemein in der westlichen „zivilisierten“ Welt) ausgegangen wäre.

Leider ist die Doku bei youtube aufgrund von copryright Problemen nicht mehr erhältlich. Glücklicherweise habe ich sie mir noch rechtzeitig heruntergeladen. In der Mediathek von ARD ist sie leider auch nicht mehr zu finden. Wer daran interessiert ist, bitte bei mir melden, vielleicht kann ich helfen.

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