Das Geschäft mit Griechenland

Griechenland ist momentan in aller Munde. Entweder man sympatisiert mit den Griechen und den Vorhaben ihrer neuen Regierung oder man findet deren Forderungen extrem unverschämt und empörend. Dabei legen wir meist nur die Informationen zu Grunde, die wir hier in Deutschland präsentiert bekommen. Und was liest man da meistens? Die Griechen seien faul und würden nicht arbeiten. Steuern hinterziehen sie lieber als sie zu zahlen und auch sonst wollen sie die ihnen gewährten Kredite nicht zurückzahlen. Und das ist doch schließlich unser Geld, das Geld der hart arbeitenden Deutschen!

Die beiden Videos, die ich hier poste, zeigen ein anderes Bild und hinterfragen die Maßnahmen, die zur angeblichen Rettung Griechenlands nach der Krise eingesetzt worden sind. Wir erfahren von kriminellen Machenschaften der Troika, die sich nicht nur am Ausverkauf des griechischen Staatsvermögens beteiligt hat (dieses sogar mit erpresserischen Methoden forderte), sondern auch ganz eindeutig ihre Kompetenzen überschreitet und auf die Gesetzgebung in den Krisenländern einwirkt. Gesetze werden dort also nicht mehr von den gewählten Volksvertretern gemacht, sondern von Bürokraten in Brüssel, denen die jeweilige Bevölkerung vollkommen egal ist!

Die griechische Regierung wurde von den Bürokraten in Brüssel gezwungen, soziale Standards zum Beispiel in der Beschäftigungspolitik abzubauen und strebte sogar eine Abschaffung aller gesetzlichen Tarifverträge an! Der ohnehin schon niedrige Mindestlohn war ihnen immer noch zu hoch und wurde der sogenannten Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Unternehmen geopfert. Im Gesundheitssystem wurde gestrichen ohne Ende und pro Monat sterben in Griechenland ca. 100 Menschen aufgrund von medizinischer Unterversorgung.

Gleich zu Beginn der Troika Doku erfahren wir den wahren Grund dafür, warum die Eurogruppe einer Rettung der griechischen Banken zustimmte. Nicht etwa, um der griechischen Wirtschaft oder Bevölkerung zu helfen, sondern um französische und deutsche Banken zu retten, die zu viele faule Kredite am Laufen hatten und bei einem Bankrott Griechenlands mit unter gegangen wären.

Der Ausverkauf Griechenlands hat vor einigen Jahren begonnen und geht munter weiter. Ein wenig erinnert mich das ganze an die Treuhandgesellschaft, die das Volksvermögen der ehemaligen DDR abwickelte. In Griechenland wird Allgemeinvermögen wie Wasserversorgung, Transportunternehmen etc an Unternehmen verkauft, die bereits in anderen europäischen Ländern bewiesen haben, dass sie erstens kein profitables Unternehmen führen können beziehungsweise kein Interesse daran haben, diese nachhaltig zu führen. Die privatisierten Unternehmen werden für einige Jahre runter gewirtschaftet bis sie entweder weiter verkauft werden oder der Staat / die Kommunen etc zur Besinnung kommen und total runtergewirtschaftete Unternehmen zurück kaufen um diese wieder mit Steuergeldern aufbauen zu müssen. Wer sich für dieses Thema interessiert schaue sich bitte meine mehrteilige Privatisierungsserie an, in der ich diese Machenschaften näher erläutert habe.

Wollen wir hoffen, dass die Videos auf youtube erhältlich bleiben und nicht wegen copyright Problemen etc. entfernt werden. Viel Spaß beim Schauen und Verstehen!

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