Dokumentation Citizenfour

Vor knapp 2 Jahren ging Edward Snowden mit seinen Enthüllungen über weltweite Überwachung und Abhörmethoden der NSA an die Öffentlichkeit und hat damit nicht nur seine eigene Familie zurücklassen müssen (dies tat er bewußt um sie zu schützen) sondern auch seine eigene persönliche Freiheit extrem eingeschränkt. Er wird von den USA gesucht und kann nicht mehr in sein Heimatland zurückkehren. Stattdessen versteckt er sich in Russland, dem wohl einzigen Land das ihm Asyl angeboten hat.

In dieser sehr interssanten Doku erfährt man, wie Ed Kontakt zu den Journalisten des Guardian aufgenommen hat, wie sie ihn für eine ganze Woche in Hongkong interviewten und was er nicht nur über seine Beweggründe zu sagen hatte sondern vorallem auch über die vertraulichen Dokumente, die er den Journalisten zur weiteren Bearbeitung überlassen hatte. Bemerkenswert dabei war seine Einstellung, dass er aufgrund von persönlicher Voreingenommenheit die Dokumente nicht selbst veröffentlichen wollte sondern diese Entscheidung ganz allein in die Hände der Journalisten legte, die selbst entscheiden sollten, welche Themen stärker im Interesse der Öffentlichkeit stehen als andere.

Zwei Jahre nach den Veröffentlichungen vom Guardian und einige BND und Geheimdienstskandale später müssen wir feststellen, dass sich Edward Snowden wohl umsonst in Gefahr begeben und seine Freiheit zum Wohle aller aufgegeben  hat, denn geändert hat sich leider nicht viel. Die Geheimdienste machen noch immer was sie wollen, sie lügen den Regierungen und Parlamenten (ihren offiziellen Kontrollorganen) ins Gesicht und verhöhnen uns damit unbestraft.

Ich weiß, es ist einfach, sich über die Überwachung und den Bruch der Privatssphäre zu echauffieren und weiterhin Facebook zu nutzen, die geliebten Apps auf dem Smartphone zur Hilfe zu nehmen und auch weiterhin beim Onlinekauf alles mit Kreditkarte zu bezahlen weil es eben so schön einfach ist und das Leben erleichtert. Aber vielleicht sollte man sich einfach noch einmal vor Augen halten, was Keyscore und andere Systeme alles können und was mit den gewonnen Daten potentiell angerichtet werden kann wenn “man” dazu übergeht, diese Daten gezielt gegen bestimmte Personen einzusetzen. Fürs Jammern und Klagen ist es dann leider zu spät, denn wir wurden gewarnt. Die Frage ist nur, was wir mit dem Wissen anfangen, welches uns gegeben wurde.

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