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KenFM erproben neues Format

Eine super interessante Gesprächsrunde, für die man sich sicher etwas Zeit nehmen muss, aber jede Minute gerechtfertigt ist. So viel Qualität in einer Talkrunde würde ich mir im deutschen Fernsehen wünschen, wo man unsere GEZ Beiträge für weichgespülten Unsinn verplämpert aber leider ist es so, dass crowdfinanzierte Journisten so etwas auf die Beine stellen müssen. Armes Deutschland!

Lasst die Shopping Queen mal sausen und schaut Euch was wirklich wichtiges an! Man kann nicht nichts tun und hoffen, dass alles besser wird. Das Gegenteil wird eintreten und dann ist jedes Jammern zu spät.

Aufreger der Woche 2. April 2015

Fangen wir beim aktuellsten Thema an: Ostern. Da höre ich heute Morgen im Radio bei Bayern1, wie viele Eier der Deutsche pro Jahr verbraucht, wie der Verbrauch zur Osterzeit ansteigt, wie viele Eier so ein Huhn legen kann und welche Höchstleistungen diese armen Tiere verbringen müssen. Alles super, Friede Freude Eierkuchen und keine Erwähnung darüber, wie es in den Hühnerställen weltweit zu geht. Deswegen hier mal die Kurzfassung: Hühner, die fürs Eierlegen gehalten werden, sind naturgemäß nur dann von Nutzen, wenn sie weiblich sind. Da man das Geschlecht solch eines Eies (vielleicht noch) nicht vorherbestimmen beziehungsweise beeinflussen kann bedeutet dies, dass all die männlichen Küken nicht gebraucht werden. Schon mal drüber nachgedacht, was mit denen geschieht? Die werden lebendig geschreddert und kommen auf den Müll. Wenn sie Glück haben, werden sie vorher vergast. Hören wir also Zahlen darüber, wie viele Millionen Hühner in Deutschland für unseren Eierkonsum schuften (hab mir die Zahlen von heute Morgen leider nicht gemerkt) , sollten wir immer im Hinterkopf behalten, wie viele männliche Küken dafür ermordet wurden. (1)

Dann sehe ich in der Werbung vom Kaufland einige Osterdeko Vorschläge und muss mich schon wieder aufregen. Vom Unsinn des Eierfärbens mal ganz abgesehen wird da vorgeschlagen, die Eier auszublasen und mit kleineren Löchern zu versehen, um sie als Mini- Blumenvasen zu verwenden, weil das so toll ausschaut. Vielleicht sollten wir bei all dem Wahnsinn mal innehalten und darüber nachdenken, wo all die Lebensmittel herkommen, wie sie hergestellt werden und wie die Tiere dafür leiden müssen!

Weitere Neuigkeit heute: der zweite Flugschreiber der Germanwings Maschine wurde heute endlich gefunden (der erste wurde ja leider nur in Form einer leeren Hülle aufgefunden). Komisch, so wie uns in den letzten Tagen die Selbstmordgeschichte des Co-Piloten präsentiert wurde, hätte man meinen können, dass die Ermittler bereits über alle notwendigen Infos verfügen, um zu diesen schwerwiegenden Schlussfolgerungen zu gelangen. Taten sie aber nicht. Bisher konnte man nur vermuten und das haben BILD & Co. auch fleißig getan. Nur leider haben sie dabei vergessen zu erwähnen, dass es sich nur um Spekulation handelt. Nicht nur, dass sie der trauernden Familie des Co-Piloten damit noch mehr Schmerz zugefügt haben, den sie ohnehin schon über den Verlust ihres Familienmitglieds verspürt haben müssen. Nein, sie haben auch das Bild eines Mannes auf der Titelseite abgedruckt, der mit der Geschichte überhaupt nichts zu tun hat. Er ist kein Pilot und hat das Pech, dem Co-Piloten ähnlich zu sehen. Ob sich die BILD entschuldigt hat, ist mir nicht bekannt. Aber sieht so gewissenhafte und gründliche Recherche aus?!

Wenn dieser unprofessionelle Umgang mit der Flugzeug Katastrophe keine ernsthaften Folgen in der deutschen Medienlandschaft hervorruft, verliere ich den letzten Funken von Hoffnung für unsere Presse. Andere haben die Konsequenzen bereits vorweg genommen und die Sache in die eigene Hand genommen. Wie zum Bespiel unter Link 2 zu sehen ist, hat man Herrn Kai Diekmann (Verantwortlicher bei der BILD Zeitung) die gleiche Behandlung zukommen lassen, wie er und seine Journalisten Kollegen in den letzten Monaten öfter angewendet haben. Konsequenzen haben andere auch endlich gezogen und es werden immer mehr. Etliche Tankstellen, Postfilialen und Einkaufszentren stellen den Verkauf der BILD Zeitung ein und boykottieren diese Schmierfinke. Richtig so und bitte weiter so! (3, 4)

Obwohl wir noch keinen abschließenden Bericht darüber haben, was in der Germanwings Maschine passiert ist und was zum Absturz geführt hat und auch die Selbstmord Theorie mehr als unglaubwürdig ist, ist die Politik schon wieder fleißig dabei, hirnrissige Forderungen zu stellen. Und da sollte man sich fragen, ob das wirklich nur Schnellschüsse sind, weil man im Eifer des Gefechts mal wieder (wie so oft) in der deutschen Gründlichkeit und Unfähigkeit übers Ziel hinausschießt oder ob da nicht mehr dahinter steht.
Wenn zum Beispiel unser Innenminister heute mal wieder fordert, dass die Fluggastdaten gespeichert werden sollten und auf innereuropäischen Flügen wieder die Ausweise der Passagiere kontrolliert werden müssen. Wie bitte hätte dies den Absturz verhindern sollen? Nur mal so zur Erinnerung, Herr Thomas de Maiziére (CDU) fordert in regelmäßigen Abständen die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung, obwohl diese erst vom Bundesverfassungsgericht und dann auch von der EU als verfassungswidrig erklärt worden ist. Es gibt keine Beweise dafür, dass die Speicherung der Daten von Millionen von unbescholtenen Bürgern irgendwelche Verbrechen oder Terroranschläge verhindern würde, wie ja etliche Anschläge in der Vergangenheit gezeigt haben. Wir werden flächendeckend von der NSA ausspioniert und all die Daten werden gegen unseren Willen gespeichert und trotzdem wurde ein Bombenattentat auf den Bostoner Marathon nicht verhindert. Die Anschläge in Paris haben stattgefunden.

Es geht nicht um das Verhindern von Verbrechen und unsere Sicherheit, wie man uns glauben machen möchte. Es geht darum, unsere Freiheiten flächendeckend einzugrenzen und daher sind solche Tragödien leider immer der perfekte Zeitraum, die Trumpfkarte Sicherheit aus dem Ärmel zu ziehen. Wer mir nicht glaubt, sollte einfach mal beobachten, wann zukünftig solche Forderungen nach mehr Überwachung laut werden. Ihr werdet es sehen! Und wer sich schon etwas näher mit dieser Materie beschäftigt hat, wird mir zustimmen, dass der Patriot Act in den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 das beste Beispiel dafür ist!

Während unsere Leidmedien in den letzten Tagen überaus beschäftigt damit waren, das Leben einer Piloten Familie zu zerstören, haben sie ganz andere, viel wichtigere Ereignisse „übersehen“. Oder wusstet Ihr, dass bereits seit Monaten verstärkt US amerikanische Truppen und Gerät durch ganz Europa bewegt werden? Es gibt unzählige Videos von Militärkonvois in Europa (5) und die US Streitkräfte machen selbst keinen Hehl daraus, dass sie momentan mit enorm vielen Panzern und anderem Gerät unterwegs sind. Dabei sind sie auf ihrem „Dragoon Ride“ (6, 7) angeblich von Litauen auf den Weg zurück zur Basis in Deutschland. Komisch nur, dass wir vorher gar nichts davon gehört haben, als sie sich in Bewegung gesetzt haben. Woher wissen wir, dass all das (angeblich für NATO Übungen) angereiste Material (8) wieder abgezogen wird und nicht irgendwo anders eingesetzt wird?

Hat sich eigentlich jemand mal mit der Frage beschäftigt, warum das alles für uns total normal ist und nicht hinterfragt wird? Stellen wir uns doch mal die Situation vor, dass es sich hierbei um russische Streitkräfte handeln würde, die sich auf Werbetour durch Europa befänden. Der Aufschrei wäre enorm! Aber immer mit der Ruhe, es handelt sich nicht um den Agressor Russland. Nein wir sprechen von Amerika, der aggressivsten Nation der Welt, die sich momentan laut Angaben von Präsident Obama mit 14 Staaten im Krieg befindet (9), obwohl keines dieser Länder Amerika je angegriffen hat! Und der Rest der Welt hängt durch die NATO mit drin. Erst Recht Deutschland, von dessen Boden amerikanische Drohnen in Richtung Süden abheben, um Terrorverdächtige plus Unschuldige in Form von Kollateralschäden ohne Gerichtsverhandlungen zu töten. Verteidigen wir hier eigentlich noch unsere westlichen Werte und stehen für Demokratie und Menschenrechte ein oder geht es hier vielleicht doch nur um Wirtschaftsinteressen?! Und wie lange schauen wir uns das noch tatenlos mit an?

Quellen:
(1) https://www.youtube.com/watch?v=1SQYqIWWK4U
(2) http://www.spuelgel.de/was-du-nicht-willst-das-man-dir-tu-das-fueg-auch-keinem-andern-zu/
(3) http://www.rtdeutsch.com/15704/inland/nach-germanwings-berichterstattung-boykottkampagne-gegen-die-bild-zeitung-weitet-sich-aus/
(4) http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.rutesheim-boykott-der-bild-zeitung-sorgt-bundesweit-fuer-aufsehen.22bd6f2f-cf6d-401c-945e-579002669128.html
(5) https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Nozcf_-YNhI (Rumänien)
(6) https://www.youtube.com/watch?v=f_HUIOTaXtg Dragoon Ride RT
(7) http://edition.cnn.com/2015/03/25/europe/gallery/dragoon-ride/
(8) http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/kriegsmaterial-bremerhaven100.html
(9) http://n8waechter.info/2015/01/in-wie-vielen-kriegen-sind-die-usa-aktuell-involviert/

Serie: organisierter Terror der NATO in Europa_Belgien

Teil 3: Belgien (Buch Seiten 201 bis235)

nato geheimarmeenDer Schweizer Daniele Ganser befasste sich im Rahmen seiner Doktorarbeit im Fachgebiet Geschichte mit dem Phänomen Gladio und schaffte es durch Einblicknahme in (parlamentarische) Untersuchungsberichte, Zeugenaussagen und teilweise veröffentlichte Dokumente aus den Geheimdienstarchiven ein Bild davon zu zeichnen, wie es ein Netz aus Geheimdiensten, Militärs und wenigen eingeweihten Politikern schaffte, Europa politisch aber auch militärisch und gesellschaftlich zu beeinflussen und in eine den USA angenehme Richtung zu lenken.

Auch in Belgien hat die Geheimarmee ihren Ursprung im zweiten Weltkrieg. Nach der Besetzung des Landes durch deutsche Truppen floh die belgische Regierung nach London und agierte im Exil. Dort entwickelten sich enge Kontakte zu britischen Militärs und den britischen Spezialeinheiten SOE gelang es 1942, Waffen über Belgien abzuwerfen und Agenten ins Land zu schmuggeln. Diese halfen beim Aufbau und der Ausbildung der Geheimarmee, führten Sabotageakte gegen die deutschen Besatzer durch und sammelten Informationen, die per Funk nach London weitergegeben wurden. Nach Ende des Krieges konnte die Geheimarmee bereits auf ein recht gutes Netzwerk zurück blicken und wurde von britischen und amerikanischen Geheimdiensten bewundert.

Das stay-behind Netzwerk der Belgier bestand aus zwei Abteilungen. Zum einen der militärische Zweig im militärischen Geheimdienst, dessen Mitglieder in Nahkampf, Fallschirmspringen und Marineoperationen ausgebildete Militärs waren. Ihre Aufgaben bestanden im Sammeln von Informationen, der Organisation von Evakuierungswegen und der sicheren Begleitung der Regierung ins Ausland, sollte es jemals wieder zu einer Besetzung des Landes kommen. Der zivile Zweig des Netzwerks war im Justizministerium angesiedelt und deren Mitglieder waren Techniker, ausgebildet zur Bedienung von Funkanlagen. Rekrutiert wurden bevorzugt Menschen mit starken religiösen Überzeugungen, um zu garantieren, dass sie dem Kommunismus kritisch gegenüber standen.

Wie auch in anderen europäischen Ländern waren nach Ende des zweiten Weltkrieges die USA und Großbritannien auch in Belgien über die Stärke der belgischen Kommunisten besorgt, die sich aufgrund ihrer Widerstandstätigkeiten im Krieg einer hohen Beliebtheit beim Volk erfreuten. Oberstes Ziel der Amerikaner und Briten war es daher, die Polizei schnellstmöglich zu bewaffnen und den Widerstand zu entwaffnen. Die charismatische Führerfigur der Kommunisten Julian Lahaut wurde während des Krieges von den Deutschen gefangen genommen; nach seiner Befreiung 1945 wurde er zum Ehrenvorsitzenden der belgischen Kommunisten ernannt. Er agierte offen gegen die Rückkehr des belgischen Königs Léopold, den er als Marionette der Rechten und der USA betrachtete. Als Prinz Baudouin nach Belgien zurückkehrte und 1950 als zukünftiger König seinen Eid ablegte, rief Lahaut laut im Parlament „Lang lebe die Republik“. Zwei Wochen später wurde er am 18. August vor seinem Haus erschossen.

Zu dieser Zeit war der Aufbau des stay-behind Netzwerkes bereits in vollem Gange. Der Chef des britischen MI6, Stewart Menzies schrieb im Januar 1949 einen Brief an den Premierminister Paul Henri Spaak und drängte darauf, die bisherige gute geheime Zusammenarbeit weiterzuführen. Er bot Hilfe bei Fragen der Ausbildung und Material und verwies darauf, dass bereits Ausbildungsstätten für Offiziere vorbereitet wurden. Weiterhin bat er Spaak, diesen Brief vor allem auch gegenüber der CIA geheim zu halten.

Die CIA war ihm allerdings zuvor gekommen und hatte Spaak bereits kontaktiert und so bat Spaak beide Dienste um eine Kooperation. Daraufhin gründeten alle drei Parteien die Organisation „Tripartite Meeting Belgium (TMB)“ und Spaak wurde zur Belohnung 1957 zum NATO Generalsekretär ernannt. Solche Organisationen wurden auch in anderen Ländern gegründet (Niederlande, Frankreich) und zusätzlich dazu gründete man am 17. März 1948 das Western Union Clandestine Committee (WUCC), welches als geheimes Gladio Kommunikationszentrum diente, in dem 5 Nationen einen Sitz hatten: Großbritannien, Belgien, Niederlande, Luxemburg und Frankreich. Ziel war es, im Falle einer sowjetischen Bedrohung Europas vorbereitet zu sein. Ein weiteres Ziel von WUCC war es auch, „Mechanismen zu entwickeln, die es ermöglichten, kommunistische Kandidaten aus dem Kommando politischer Einrichtungen zu entfernen.“ (Seite 207).

Das Need-to-know-Prinzip wurde bei den Beziehungen der Ausbilder zu ihren Agenten rigoros angewendet. So kannten die Ausbilder ihre Agenten, aber nicht die Agenten anderer Ausbilder und natürlich auch umgekehrt. Auch untereinander kannten sich die Agenten nicht. Auf diesem Wege wurde die Verschwiegenheit des Netzwerkes sichergestellt. Wie bei den stay-behinds anderer Länder auch verfügte man in Belgien über geheime Waffenverstecke und hatte somit Zugriff auf Waffen, Munition, Goldmünzen und Sprengstoff. Außerdem waren alle stay-behind Netzwerke mit modernsten „HARPOON“ Kommunikationszentren ausgerüstet, die von der deutschen Firma AEG-Telefunken bereitgestellt wurden. Ein ehemaliges Mitglied der Geheimarmee erklärte später, dass die Identität der „Gladiatoren“ streng geheim war und nur dem CIA und dem MI6 bekannt war, die eine Akte über jedes Mitglied führten. Sogar die Fingerabdrücke waren dort vermerkt, neben Lebenslauf, Name (verwendet wurden in der Praxis nur Decknamen), Adresse, Beruf, Familie etc.

Es fanden regelmäßige Übungen in Belgien aber auch im Ausland statt. Einige davon mit U-Booten auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika, wo man mit der französischen stay-behind Armee trainierte. Dabei wurden oft sowjetische Schiffe bei der Anlieferung in bestimmten Häfen beobachtet. Diese Übungen fanden angeblich bis 1990 statt. Ziel dieser internationalen Übungen war vor allem die Zusammenarbeit der verschiedenen nationalen Gladio Armeen. Geübt wurde zum Beispiel die Ausschleusung abgeschossener Piloten oder ausländischer Agenten, di e unbemerkt über mehrere Ländergrenzen hinweg u.a. von Norwegen nach Italien geschleust wurden, ohne einmal vom Zoll oder von der Polizei kontrolliert worden zu sein.
Der Untersuchungsausschuss des belgischen Parlaments, der später mit der Aufklärung des stay-behind Netzwerks betraut wurde, ermittelte dass Angehörige der Geheimarmee von einer Ausbildung bei Spezialeinheiten in Amerika profitierten und an NATO Übungen teilnahmen und bemerkten zu Recht, dass die USA somit über ein wichtiges Instrument verfügten, das es ihnen ermöglichte, auf die einheimische Situation eines Landes in ihrem Einflussbereich einzuwirken. Die äußerst heikle Frage zu Gladio in Europa ist demnach noch heute: „Haben die Vereinigten Staaten dieses Instrument eingesetzt, obschon es in Westeuropa keine Invasion der Sowjetunion gab? Hat die belgische Gladio ihre Waffen und Sprengstoffe auch zu Friedenszeiten benutzt oder half sie geheimen rechtsgerichteten Gruppen, die sich an derartigen militärischen Aktionen zu beteiligten? (Seite 218)

Diese Frage konnte nach Abschluss der Untersuchungen bejaht werden. Es gibt mindestens einen rekonstruierten Fall, den Vielsalm-Vorfall. Dabei griffen US Marines die Polizeistation des verschlafenen Ortes Vielsalm an wobei ein Polizeibeamter getötet wurde. Der Angriff war Teil einer regelmäßig stattfindenden Übung zwischen US Spezialeinheiten und der belgischen Geheimarmee und wurde monatelang als das Werk gewöhnlicher Krimineller oder Terroristen dargestellt. Ein Mitglied der Geheimarmee hat 1990 vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss ausgesagt, dass es neben Vielsalm auch weitere Übungen mit den Amerikanern gegeben habe. Die belgischen Behörden verwischten nach diesen Aktionen die Spuren und heikle Fragen wurden nicht beantwortet, teilweise nicht einmal offiziell gestellt.

Nach dem Anschlag von Vielsalm tauchten die gestohlenen Waffen aus dem Polizeipräsidium bei einer Gruppe von Linken auf, die für das Verbrechen verantwortlich gemacht werden sollten, berichtet der Journalist René Haquin in einer Dokumentation über die Geheimarmee. Ziel war es u.a. auch, bei der Bevölkerung den Eindruck zu erwecken, dass man in Belgien vor einer kommunistischen Revolution stehe und so versuchte man, die Kommunisten zu diskreditieren. Man spricht von Anschlägen unter falscher Flagge „false flag“. Bestätigt wurde diese These, als aufgedeckt wurde, dass die angeblich kommunistische Terrorgruppe Cellules Communistes Combattantes CCC in Wirklichkeit von Rechten aufgebaut wurde. Anführer der CCC war Pierre Carette, dem man nach dessen Verhaftung nachweisen konnte, in Verbindung mit der extremen Rechten zu stehen.

Für die Belgier ist die Rolle der Geheimarmee eine zentrale Frage, steht sie doch im Verdacht, mit den Brabant-Anschlägen in Verbindung zu stehen, die Belgien in den 80er Jahren in Angst und Schrecken versetzten. Die Anschläge zählen zu den schlimmsten Fällen von Terrorismus in Westeuropa. 16 bewaffnete Anschläge werden unter dem Begriff Brabant-Anschläge zusammengefasst, bei denen 28 Menschen starben und unzählige verletzt wurden. Die Anschläge sollten das Land in einen Schock Zustand versetzen und Angst unter der Bevölkerung verbreiten. Es handelte sich um willkürliche Angriffe auf ein Lebensmittelgeschäft, Restaurants, einen Taxifahrer, Juweliergeschäfte, eine Textilfabrik und verschiedene Supermärkte. Auffällig war, dass nur extrem wenig Bargeld erbeutet wurde, während enorme Brutalität und Professionalität im Spiel waren. Die Täter sind bis heute unbekannt. Zeugenaussagen beschreiben extrem professionelle Täter im Umgang mit den Waffen, ihrer Präzision und Unbekümmertheit. Ein Grund, warum die Verbrechen niemals aufgeklärt werden konnten ist u.a. auch dem Umstand geschuldet, dass die beiden Abteilungen des stay-behind Netzwerkes nie ihre Mitglieder preis gaben und somit auch nicht mit verdächtigen Personen und Zeugenaussagen abgeglichen werden konnten.

Ein belgischer parlamentarischer Bericht über die Massaker von Brabant wurde 1990 nur Monate vor der Entdeckung der belgischen Geheimarmee veröffentlicht. „Nach dem Bericht waren die Killer Mitglieder oder ehemalige Mitglieder der Sicherheitsdienste – Rechtsextreme, die den Schutz von hoher Ebene genossen und die einen Putsch der Rechten vorbereiteten. Es wird nun angenommen, dass die Morde von Brabant Teil einer Verschwörung zur Destabilisierung des belgischen demokratischen Regimes waren, möglicherweise um den Boden für einen rechtsradikalen Staatsstreich zu bereiten. Der terroristischen Linie folgten getarnte Leute, die dem Sicherheitsapparat angehörten, oder Leute, die dem Staatsapparat durch ein gutes Verhältnis oder durch Zusammenarbeit verbunden waren.“ (Seite 229). „Rechtsextreme Organisationen in ganz Westeuropa wurden für den Kampf als Teil einer antikommunistischen Strategie mobilisiert. Sie stammten nicht aus Organisationen, die vom Staat abwichen, sondern aus dem Staat selbst und – ganz besonders – mitten aus dem Umkreis der staatlichen Verbindungen zur Atlantischen Allianz.“ (Seite 229)

Mitglieder beziehungsweise ehemalige Mitglieder der rechtsextremen Organisation WNP wurden später bezüglich der Brabant Anschläge befragt und verschiedene Mitglieder bekannten sich zu den Anschlägen. Ein Ex-Mitglied und ehemaliger Gendarm bestätigte, dass die Geheimarmee verwickelt war um die belgische Linke zu diskreditieren. Auf die Frage, ob dieser Terror von der Administration des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan unterstützt oder angeregt wurde, sagte das Mitglied Michel Libert aus, dass sein Chef (Paul Latinus) in engem Kontakt mit den USA gestanden habe. Ein belgischer Senator stellte abschließend fest, dass „die Terroranschläge in Brabant das Werk ausländischer Regierungen oder von Geheimdiensten, die für Ausländer arbeiteten, waren, mit dem Ziel, die demokratische Gesellschaft zu destabilisieren.“ (Seite 234)

Paul Latinus gestand später Journalisten gegenüber, dass er von amerikanischen militärischen Geheimdiensten aufgefordert wurde, seine Organisation (WNP) aufzubauen. Er wurde wegen der Brabant Anschläge verhaftet, konnte aber leider nicht mehr aussagen, weil er am 24. April 1985 in seiner Zelle an einem Telefonkabel erhängt aufgefunden wurde.

Fazit: Mit Hilfe der Geheimarmee hat der amerikanische Geheimdienst nicht nur Einfluss auf die Innenpolitik Belgiens genommen (Diskreditierung der Kommunisten), sondern auch kriegerische Akte verübt (Vielsalm) oder in Auftrag gegeben (Brabant).

Serie: organisierter Terror der NATO in Europa_Griechenland

Teil 2: Griechenland (Buch Seiten 329 bis 346)nato geheimarmeen
Der Schweizer Daniele Ganser befasste sich im Rahmen seiner Doktorarbeit im Fachgebiet Geschichte mit dem Phänomen Gladio und schaffte es durch Einblicknahme in (parlamentarische) Untersuchungsberichte, Zeugenaussagen und teilweise veröffentlichte Dokumente aus den Geheimdienstarchiven ein Bild davon zu zeichnen, wie es ein Netz aus Geheimdiensten, Militärs und wenigen eingeweihten Politikern schaffte, Europa politisch aber auch militärisch und gesellschaftlich zu beeinflussen und in eine den USA angenehme Richtung zu lenken.

Während des zweiten Weltkrieges überfielen erst italienische Truppen 1940 Griechenland und versuchten das Land einzunehmen, wurden aber von den Griechen verjagt. 1941 besetzte die deutsche Armee Griechenland, stieß aber auf heftigen Widerstand und hatte während des gesamten Krieges enorme Schwierigkeiten, das Land unter Kontrolle zu behalten. Die stärkste Widerstandsbewegung wurde von den Kommunisten gestellt, wobei ELAS, die Volksbefreiungsarmee, trotzdem von einem breiten politischen Spektrum gespeist wurde und sogar Frauen, Priester und Erzbischöfe im Widerstand kämpften. Bei seinen Operationen wurde ELAS durch den britischen Geheimdienst SOE unterstützt; mit Waffen und Munition versorgt und in den Kommandozentralen beraten.

Der englische Premierminister Winston Churchill entschied plötzlich im März 1943 alle Unterstützung für die ELAS einzustellen, da er befürchtete, dass Griechenland nach der Niederlage der Nazis in die Hände der Kommunisten fallen könnte. Er schickte seinen Außenminister Anthony Eden im Oktober 1943 zu Stalin, wo man die Aufteilung des Balkan besprach. Das auf Jalta zementierte Abkommen gewährte Großbritannien und den USA freie Hand in Griechenland, während Bulgarien und Rumänien unter den Einfluss der Sowjetunion fallen sollte.

In Großbritannien plante man, den griechischen König zusammen mit einer rechtsgerichteten Regierung wieder einzusetzen, um die Macht der griechischen Kommunisten und Sozialisten zu minimieren. In einer Anweisung des britischen Außenministeriums vom März 1943 entschied man, dass sich die SOE immer solchen Gruppen zuwenden sollte, die bereit waren, den griechischen König und die Regierung zu unterstützen, aber auch Druck ausüben sollte auf solche Gruppen die möglicherweise gegen die Monarchie waren und diesen klar machen, dass der griechische König und die Regierung die volle Unterstützung der englischen Regierung und ihrer Majestät genießen würden. Der König hingegen war in bei vielen Griechen unbeliebt, weil er mit dem faschistischen Diktator Metaxas kooperiert hatte und Ende der 30er Jahre sogar den Hitlergruß eingeführt hatte.

Der Kurswechsel war für ELAS fatal, denn alsbald begannen ehemalige Nazi Kollaborateure und rechtsgerichtete Spezialeinheiten mit britischer Unterstützung ELAS Widerstandskämpfer zu jagen und zu töten. Churchill musste aus der Ferne trotzdem mit ansehen, wie die Jäger in der Unterzahl blieben, weil die ELAS weiterhin die stärkste Guerilla des Landes blieb. 1944 entschied er sich für die Gründung einer neuen griechischen rechtsgerichteten Geheimarmee , deren Ziel die Kommunisten und Sozialisten des Landes waren. Ausgeschlossen waren daher moderat konservative und linksgerichtete Männer und die Besetzung erfolgte ausschließlich mit Royalisten und Anti-Republikanern. Namen für diese Geheimarmee gab es zahlreich, am bekanntesten sind Greek Mountain Brigade (Griechische Gebirgsjäger), Hellenic Raiding Force (Hellenische Überfalltruppe) oder LOK (Lochos Oreinon Katadromon). Churchill befürchtete ein PR Disaster zu Hause, sollten die Briten erfahren, dass man Faschisten in Griechenland unterstützte, um die Kommunisten zu bekämpfen und so erhielt die BBC die Anweisung, jegliche positive Berichterstattung über ELAS zu unterlassen. Als ELAS den Sieg über die deutschen Besatzer erzielte und Hitler gezwungen war, seine Truppen aus Griechenland abzuziehen, forderte Churchill die ELAS sofort auf, seine Waffen niederzulegen. Die ELAS wollte dies tun, wenn die gleiche Anweisung auch für die Helenic Raiding Force gelten würde.

Großbritannien weigerte sich, die unter ihrer Kontrolle stehende Geheimarmee zu entwaffnen und so kam es am 3. Dezember 1944 in Athen zu einer großen demokratischen Demonstration gegen die britische Einmischung in die Nachkriegsregierung von Griechenland, die von der EAM (politischer Zweig der ELAS) nur 6 Wochen nach Hitlers Vertreibung organisiert wurde. Es sollte eine friedliche Demonstration auf dem Syntagma-Platz werden, an der auch Familien mit ihren Kindern teilnahmen und als Auftakt eines Generalstreiks gedacht war. Die Demonstranten trafen allerdings auf bewaffnete Truppen, unter denen höchstwahrscheinlich auch Mitglieder der Helenic Raiding Force waren. Es folgte ein Massaker, 25 Demonstranten verloren ihr Leben, 148 Personen wurden verletzt. Churchill sollte sich zu Hause erklären und meinte nur, dass es dumm sei, so viele unbewaffnete Kinder zu einer Demonstration mitzunehmen, wenn sich so viele bewaffnete Männer in der Stadt aufhalten würden. Die Rolle der rechtsgerichteten Geheimarmee im Syntagma Massaker wurde nicht untersucht.

1946 kam es zu Wahlen in Griechenland und die Rechte ging erfolgreich aus den Wahlen hervor. Sie fürchtete noch immer die Kommunisten und so lies die Regierung Mitglieder von EAM festnehmen und in berüchtigten Gefangenenlagern auf den Inseln foltern. Der Unmut der Linken wuchs und viele bewaffneten sich, um gegen die Briten und die einheimische Rechte zu kämpfen. England bat 1947 die USA um Hilfe, wo man ganz genau wusste, dass die griechische Regierung erstens bestechlich war und zweitens die Menschenrechte missachtete. Das kommunistische Jugoslawien versorgte die griechischen Linken mit Waffen, was Präsident Truman dazu veranlasste, in Griechenland einzugreifen. „Griechenland war das erste Land, in das die Vereinigten Staaten während des Kalten Krieges mit ihren Truppen eindrangen, entsprechend ihrer Strategie, den Kommunismus weltweit zu bekämpfen.“ (Seite 333). In den kommenden Jahren wurde diese Strategie auf weitere Länder ausgeweitet und so kam es zu Invasionen in Korea, Kuba, Vietnam, Kambodscha etc.

Truman erklärte die kämpfenden Linken zu Terroristen, weil sie die demokratische Regierung in Athen bekämpften. Stalin schloss 1948 Jugoslawien aus dem Sowjet Block aus, weil er die kommende Konfrontation zweier Supermächte bemerkte und somit waren die Linken von Waffen abgeschnitten. Mit der „Operation Torch“ schütteten die Amerikaner tausende von Litern Napalm auf Griechenland und beendeten damit den Bürgerkrieg.

Nachdem der ehemalige CIA Agent Philip Agee 1959 den Geheimdienst verlies und sein Buch „Dirty Work: The CIA in Western Europe“ veröffentliche machte er hinsichtlich Griechenland folgende Bemerkungen. Griechisch – amerikanische CIA Agenten rekrutierten mehrere Gruppen griechischer Bürger für eine Armee, die gut ausgebildet und ausgerüstet als Guerilla Einheit unabhängig voneinander agieren konnte. Die Kontrolle dieser Einheiten lag bei der CIA und griechischen Offizieren, denen die USA vertraute. Wie in allen anderen Ländern auch herrschte das Need-to-know-Prinzip, das heisst, dass jeder Beteiligte nur so viel wusste, was er zur Durchführung seiner Aktivitäten wissen musste. „ Die paramilitärische Gruppe wurde, soweit man weiß, nie aufgelöst. In den Augen ranghoher CIA Beamter waren die Gruppen unter der Leitung des paramilitärischen Zweigs eine langfristige Versicherung für die Interessen der Vereinigten Staaten in Griechenland, die man als Hilfe oder zur Leitung eines Sturzes einer schlecht führbaren griechischen Regierung nutzen konnte“ (Seite 336)

Der griechische militärische Geheimdienst KYP wurde vom CIA finanziert und kontrolliert und so wurden die Tonbänder mit Abhörprotokollen speziell des bulgarischen und russischen Funkverkehrs aber auch griechischer Mitbürger regelmäßig in die USA geschickt, wo sie vom NSA decodiert wurden. Im Laufe der Jahre entstanden so 15 Tonnen Informationen und 16,5 Millionen einzelne Akten über Griechen, die als Bedrohung für den Staat angesehen wurden.

Auch vor Staatsstreichen schreckte die CIA nicht zurück, wie diese Kurzfassung der Ereignisse von 20. Und 21. April 1967 demonstriert.1964 wurde Andreas Papandreou Erster Staatsminister und entdeckte, dass der KYP regelmäßig ministerielle Gespräche abhörte und an die CIA weiterreichte. Er entließ zwei leitende Offiziere des KYP und untersagte die weitere Zusammenarbeit mit der CIA. Der neue KYP Direktor kam darauf hin auf ihn zu und erklärte, dass dies nicht möglich sei, da die beiden Geheimdienste praktisch ein einziger Geheimdienst seien. Papandreou forderte den KYP heraus und dies hatte weitreichende Konsequenzen.

Die Helenic Raiding Force übernahm gegen Mitternacht die Kontrolle über das griechische Verteidigungsministerium, besetzten das Parlament, den königlichen Palast und die Rundfunk- und Kommunikationszentren. Sie drangen außerdem in das Haus des Regierungschefs ein, bedrohten seine Familie, verhafteten seinen Vater George Papandreou (früherer Premierminister) und verhafteten insgesamt mehr als 10 000 Leute, die in sogenannte Aufnahmelager gebracht wurden. Als die Griechen am Morgen erwachten, erklärte ihnen Oberst George Papadopoulos, dass er die Macht übernommen habe um die Demokratie, Freiheit und das Wohlergehen zu sichern. Elf Artikel der Verfassung wurden außer Kraft gesetzt und Menschen konnten an Ort und Stelle ohne Haftbefehl festgenommen und vor ein Militärgericht gebracht werden. Demonstrationen und Streiks wurden verboten und Bankkonten eingefroren. Oberst Yannis Ladas, Direktor der griechischen Militärpolizei, erklärte später stolz, wie präzise und schnell der NATO Plan umgesetzt wurde und innerhalb von 20 Minuten alle Politiker, alle Männer und alle Anarchisten, die auf der Liste standen, zusammengetrieben werden konnten. Viele der Verhafteten waren Kommunisten, Sozialisten, Künstler, Akademiker, Journalisten, Studenten, politisch aktive Frauen, Priester etc. Sie und ihre Familien wurden auf grauenvolle Weise gefoltert, Einzelheiten möchte ich Euch ersparen, aber sie sind auf Seite 344 aufgeführt.

1990, als das Gladio Netzwerk in Italien aufflog und untersucht wurde, waren auch Stimmen in Griechenland zu vernehmen, die eine parlamentarische Aufklärung der Vorgänge im Land forderten. Dies wurde von der konservativen Regierung allerdings abgelehnt. Der griechische Minister für öffentliche Sicherheit, Yannis Vassiliadis, erklärte dass die Polizei keine Fantasien untersuchen würden. Der Druck wurde stärker und Verteidigungsminister Varvitsiotis drängte darauf, dass eine parlamentarische Untersuchung nicht notwendig sei, da er sich dieser Affäre selbst annehmen würde. Noch vor Fertigstellung des Untersuchungsberichts verkündete er seinen Ministerkollegen, dass die Regierung nicht zu befürchten hätte.

Serie: organisierter Terror der NATO in Europa_Deutschland

nato geheimarmeenAls ich gefragt wurde, warum ich am 07. Februar 2015 in München gegen die sogenannte Sicherheitskonferenz der NATO demonstriert habe, habe ich mich oft nur knapp geäußert. Zu tiefgründig und umfangreich sind die Gründe, warum man als friedlebender Mensch gegen die NATO einstehen sollte. Dennoch habe ich das Gefühl, dass die Begründung, man sei für den Frieden auf der Welt und dass dieser mit der NATO nicht zu erreichen sei, nur unzureichend erklärt, warum wir die NATO eher als Wolfs im Schafspelz sehen sollten und nicht als das Verteidigungsbündnis, als welches sich diese Organisation gern präsentiert.

Schon seit längerer Zeit lese ich das Buch von Daniele Ganser „NATO Geheimarmeen in Europa“, der sich ausführlich mit den von Amerika aus gesteuerten Geheimarmeen in Europa beschäftigt hat. Der Inhalt ist harter Tobak und vielen vollkommen unbekannt. Und gerade deswegen ist dieses Buch so wichtig, weil es ein komplett neues Licht auf die NATO wirft. Der Inhalt ist zu wichtig, als ihn nur in einem Blog Beitrag abzuhandeln, deswegen werde ich dies in einer Serie tun. In den einzelnen Teilen werde ich, wie Herr Ganser auch, auf die Geheimarmeen in verschiedenen europäischen Ländern eingehen und die Abhandlungen von Herrn Ganser zusammenfassen. Ich ermutige jeden, sich das Buch zu Gemüte zu führen um u.a. zu verstehen, warum es gerade für die Politiker in Deutschland, im Gegensatz zur Bevölkerung, kein Problem darzustellen scheint, dass man in der Ukraine mit einer von Faschisten durchzogenen Regierung zusammenarbeitet und keinen Anstoß daran findet. Nachdem man dieses Buch gelesen und ein wenig in unserer Nachkriegsgeschichte gestöbert hat, wird einem so manches in Sachen Faschisten Sympathien klar ….. und die NATO hat einen großen Anteil daran.

Der Schweizer Daniele Ganser befasste sich im Rahmen seiner Doktorarbeit im Fachgebiet Geschichte mit dem Phänomen Gladio und schaffte es durch Einblicknahme in (parlamentarische) Untersuchungsberichte, Zeugenaussagen und teilweise veröffentlichte Dokumente aus den Geheimdienstarchiven ein Bild davon zu zeichnen, wie es ein Netz aus Geheimdiensten, Militärs und wenigen eingeweihten Politikern schaffte, Europa politisch aber auch militärisch und gesellschaftlich zu beeinflussen und in eine den USA angenehme Richtung zu lenken.

Einleitung: Die Situation in Europa nach den Weltkriegen
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden in Europa geheime Armeen von der amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) und dem britischen Secret Intelligence Service (MI6 oder SIS) eingerichtet. Ziel war es, den Kommunismus in Westeuropa zu bekämpfen. In allen Ländern führten militärische Geheimdienste die antikommunistische Armee innerhalb des Staates in enger Zusammenarbeit mit der CIA oder dem MI6 ohne das Wissen der nationalen Parlamente oder der Bevölkerung. Nur führende Politiker der Executive (Premierminister, Präsidenten, Innenminister, Verteidigungsminister) waren in die Organisation eingebunden. In allen Ländern wurden die Geheimarmeen, die überall andere Namen trugen, mit Waffen, Sprengstoff, Funkgeräten und anderem Material ausgestattet, mit denen man zahlreiche gute versteckte Waffenlager anlegte. Die Idee war die, dass im Falle einer sowjetischen Invasion in Westeuropa die Soldaten der Geheimarmeen ein sogenanntes Stay-behind-Netzwerk gebildet hätten, um hinter feindlichen Linien zu operieren, Widerstand zu organisieren und für Verwirrung und Zerstörung beim Feind zu sorgen. So sollten sie zum Beispiel Nachschublinien und Produktionszentren der Besatzungsmächte sabotieren.

Nach Ende des faschistischen Krieges in Europa waren die kommunistischen Parteien in Europa zahlenmäßig stark vertreten und beliebt, weil die Bevölkerung nach den Schrecken des Krieges verständlicherweise einen Neuanfang wagen und politisch andere Wege gehen wollte. Die Strategen in Washington und London sahen darin die eigentliche Gefahr und so wurde auch ohne sowjetische Invasion ein Kampf gegen die politischen sozialistischen und kommunistischen Kräfte in den jeweiligen Ländern geführt.

„Die Operationen zielten immer darauf ab, unter der Bevölkerung möglichst viel Angst zu schüren. Das reichte von Bombenmassakern in Eisenbahnen und auf Märkten (Italien) über die Anwendung systematischer Folterung von Regimegegnern (Türkei), die Unterstützung rechtsradikaler Staatsstreiche (Griechenland und Türkei) bis hin zur Zerschlagung oppositioneller Gruppen (Spanien und Portugal).“ (Einleitung Seite 22)

Teil 1: Deutschland (Buch, Seiten 295 bis 328)
Als am 27. Februar 1933 der Reichstag brande, lies Hitler bereits am nächsten Morgen 400 politische Gegner und kritische Journalisten (Mitglieder der KPD und SPD) verhaften und es wurde ein Gesetz verabschiedet, welches das Parlament abschaffte und alle Macht auf die Executive (also Adolf Hitler) übertrug. Man fand in dem holländischen Kommunisten Marinus van der Lubbe schnell einen Schuldigen für den Reichstagsbrand (1), doch der britische Geheimdienst kam zu dem Entschluss, dass die NSDAP das Feuer selbst gelegt hatte und bewusst einen Staatsstreich durchgeführt hatte, um das Parlament auszuschalten und eine Diktatur einzusetzen.

Nach dem Krieg rekrutierten die USA zahlreiche ehemalige Nazis (Angehörige der SS), die allesamt glühende Antikommunisten waren, für ihre stay-behinds. Das Pentagon ging soweit, dass es hochrangige Nazis aufspürte und vor den Nürnberger Prozessen versteckte und außer Landes schaffte und teilweise Asyl in den USA anbot. Diese Sonderbehandlung wurde u.a. Klaus Barbie zu teil, der als „der Schlächter von Lyon“ bekannt war (2) und in Abwesenheit in Nürnberg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt wurde. Hitlers General Reinhard Gehlen (3) stellte sich der USA, als der Krieg verloren schien, und erkaufte sich durch geheime Informationen über die Sowjetunion Freiheit und lernte ranghohe US Offiziere und den späteren CIA Direktor kennen. Präsident Truman ernannte Gehlen zum Chef des ersten deutschen Geheimdienstes, den er mit Hilfe seines Nazinetzwerkes aufbaute und anfänglich den Namen „Organisation Gehlen ORG“ trug.

Der ranghohe CIA Beamte James Critchfield wurde nach Deutschland entsandt um Gehlens Dienst zu überwachen. Er legte eine Akte für jeden der 150 wichtigsten Mitarbeiter Gehlens an und somit war der Geheimdienst von Anfang an fest in amerikanischen Händen.

Die Rolle Gehlens in der stay-behind Armee war dem damaligen westdeutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer bekannt, der im Mai 1955 mit Truman Geheimprotokolle unterzeichnete, in denen vereinbart wurde, dass die westdeutschen Behörden von der aktiven gesetzlichen Verfolgung bekannter Rechtsextremisten Abstand nehmen würden. In der Zwischenzeit waren die Guerilla Gruppen auch in Abwesenheit eines sowjetischen Angriffs politisch tätig und deren Anführer erstellen sogenannte schwarze Listen von Personen, die liquidiert werden sollten, da sie im Falle eines Krieges gegen die Russen als unzuverlässig galten. Auf diesen Listen standen Kommunisten der KPD sowie amtierende Sozialdemokraten.

Bereits 1952 gab es in Deutschland einen Skandal über die stay-behinds und der Spiegel berichtete über deren Existenz nicht nur in Deutschland. Im gleichen Jahr fand man in Hessen, in der Nähe von Waldmichelbach, das Ausbildungszentrum der stay-behind. Die Ausbildung, die immer von Offizieren der amerikanischen und britischen Streitkräfte geplant und durchgeführt wurde, umfasste Vernehmungstechniken, Schießen, die Anwendung von Sprengstoffen, das Aufstellen von Fallen, Kommunikation per Funk und Tötungsmethoden. Bei der Stürmung der Zentrale wurde u.a. auch eine Liste mit zu eliminierenden Personen an einem Tag X (russische Invasion) gefunden. Geplant war die Ermordung von mehr als 40 führenden Funktionären der Sozialdemokraten, wobei die Kommunisten an erster Stelle der Todesliste standen.

Die Landesregierung in Hessen forderte für die Aufklärung des Skandals Hilfe aus Bonn an, musste aber sehr schnell feststellen, dass die Adenauer Regierung und die CDU eine Untersuchung verhinderten. Darüber hinaus gab es einen Aufschrei, als das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass alle verhafteten Mitglieder der stay-behind freizulassen sind. Das deutsche stay-behind Netzwerk und der deutsche Geheimdienst überlebten durch den Schutz der CIA die Entdeckung von Teilen des Netzwerkes und Reinhard Gehlen blieb im Amt. 1956 änderte „Organisation Gehlen ORG“ ihren Namen und wurde fortan „Bundesnachrichtendienst BND“ genannt.

Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger und sein Vizekanzler Willy Brandt misstrauten dem BND und veranlassten eine Untersuchung; der „Mercker-Bericht“ mit den Befunden dieser Untersuchung ist bis heute hinter Schloss und Riegel. Nach mehr als 20 Jahren Dienst wurde Reinhard Gehlen 1968 entlassen und durch Gerhard Wessel ersetzt, der 1945 als westdeutscher Militärattaché in Washington gedient hatte und gute Verbindungen zu CIA und NSA pflegte.

Die Staatssicherheit in Ostdeutschland wusste übrigens recht gut über die Aktivitäten des BND und seines stay- behind Netzwerkes Bescheid; durch Spionage und gezieltes Abhören. Sie entdeckten die Organisation 1979 bei einem NATO Manöver, bei dem über 50 stay-behind Standorte identifiziert wurden.

1981 wurden die entdeckten Waffenverstecke dem verhafteten Rechtsextremisten Heinz Lembke zugeschrieben, der damit die militärische Ausbildung einer Jugendgruppe verfolgt haben soll. In Berichten und in den Medien wurde er als verrückter und selbständig handelnder Extremist dargestellt, aber bereits damals vermuteten einige, dass Lembke mit dem stay-behind Netzwerk in Verbindung stand. Es wurde weiterhin gemutmaßt und als Tatsache angegeben, dass die tödlichen Waffen, die beim Terroranschlag auf das Oktoberfest in München am 26. September 1980 (bei dem 13 Menschen starben und 213 verwundet wurden) verwendet wurden, aus den Waffenverstecken der Geheimarmee stammten. Der mutmaßliche Täter Gundolf Köhler wurde selbst von der Bombe zerfetzt und es häuften sich Zweifel, ob er überhaupt das nötige Expertenwissen besessen hatte, solch eine Bombe selbst zu bauen. Interessant ist die Tatsache, dass Köhler einen Ausweis bei sich trug, mit dessen Hilfe er sofort identifiziert werden konnte. Es scheint, als hätten Terroristen eine recht innige Beziehung zu ihren Ausweispapieren.

Zahlreiche Ermittlungspannen und nicht verfolgte Hinweise und Zeugenaussagen lassen vermuten, dass absichtlich in eine falsche Richtung ermittelt wurde und Hinweisen nach Waffenverstecken nicht nachgegangen wurde. Der Terroranschlag von München ist bis heute nicht aufgeklärt. Als Heinz Lembke endlich wegen anderer Dinge festgenommen wurde, enthüllte er 33 Waffenverstecke und wollte am nächsten Tag weitere Details aussagen. Dazu kam es allerdings nicht, da er am nächsten Morgen erhängt in seiner Zelle aufgefunden wurde.

Fazit von Herrn Ganser: Trotz bestätigter Verbindungen zu Rechtsterroristen gab es in Deutschland keine parlamentarische Untersuchung der deutschen Geheimarmee, geschweige denn einen öffentlichen Bericht. „Was die demokratische Transparenz anbelangt, liegt Deutschland in Europa derzeit an letzter Stelle“, folgerte der Enthüllungsjournalist Leo Müller in seinem Buch über Gladio.

Weitere Quellen:
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Marinus_van_der_Lubbe
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Barbie
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Gehlen

MH 17 – Abschuss durch ukrainische SU 25 ist bewiesen

Von Peter Haisenko; Original hier: http://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/luftfahrt-2015/mh-17-abschuss-durch-ukrainische-su-25-ist-bewiesen/?fb_action_ids=1054199061262857&fb_action_types=og.likes

Der eine mags glauben, der andere nicht. Was ich hundertprozentig weiß ist, dass die Medien darüber wohl nicht berichten werden. Nicht mal als Möglichkeit wird man es in Betracht ziehen. Paßt ihnen ja nicht wirklich ins Konzept vom bösen Russland und dem Rest der Welt in der Opferrolle…. Kann sein dass die Links durchs Kopieren hier bei mir nicht funktionieren. In diesem Fall bitte dem Link zum Original folgen.

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Der erste „Bericht“ der holländischen Kommission zum Absturz der MH 17 über der Ostukraine war beschämend nichtssagend. Er konnte sich auch nicht auf Fakten stützen, die nur belegt werden können, wenn die Wrackteile ordentlich untersucht werden. Ein Teil der Flugzeugreste ist seit einigen Monaten nach Holland gebracht worden und jetzt lässt sich zweifelsfrei belegen, was an diesem schrecklichen 17. Juli 2014 geschehen ist: Die „Haisenko-Analyse“ ist vollständig bestätigt.

Ich nehme das Ergebnis der neuesten Analysen der Wrackteile vorweg: Eine oder auch zwei ukrainische SU 25 haben zuerst aus einigen Kilometer Entfernung eine Luft-Luft-Rakete vom Typ R 60M von hinten auf die Boeing abgefeuert und den rechten Motor getroffen ebenso, wie Schrapnelle dieser Angriffswaffe im unteren mittleren Rumpf eingeschlagen sind. Die Piloten der MH 17 wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, was ihrem Flugzeug passiert ist. Sie konnten es nicht wissen, denn der Schaden und seine Ursache lagen außerhalb ihres Sichtbereichs. Die Boeing hat dann die Geschwindigkeit drastisch reduziert, wie es die Physik verlangt, wenn ein Motor ausgefallen ist.

Die MH 17 bekommt den Fangschuss

Wenige Sekunden später begann dann der direkte Beschuss von rechts hinten, der den Flügel streifte, die vordere Sektion – und hier vor allem das Cockpit – traf und die Piloten sofort tötete. Wie jetzt durch die Untersuchung der Wrackteile belegt ist, fand dieser Beschuss statt mit der zweiläufigen 30-mm-Kanone einer SU 25, Typ GSch-302 /AO-17A, aus einer Entfernung von etwa 500 Metern. Obwohl die Piloten bereits tot waren, ist die B 777 nicht sofort abgestürzt, sondern mit niedriger Geschwindigkeit steuerlos in einer Sinkflugkurve weitergeflogen. Daraufhin erfolgte ein zweiter Anflug der SU 25 und Beschuss der vorderen Sektion von der anderen Seite.

Dieser zweite direkte Angriff führte zum Auseinanderbrechen der Struktur. Das Cockpit und Teile der vorderen Sektion fielen der Schwerkraft folgend nahezu senkrecht zu Boden, während der mittlere und hintere Teil mit dem Flügel erst in etwa 25 Kilometer Entfernung auf dem Boden aufschlug. Um die volle Grausamkeit dieses Massenmordes zu illustrieren stelle ich hier fest, dass die Mehrzahl der Passagiere mit höchster Wahrscheinlichkeit den gesamten Vorgang bei vollem Bewusstsein miterleben mussten. Seit einigen Monaten liegt der Augenzeugenbericht eines Bodenmitarbeiters der ukrainischen Luftwaffe vor, der den Piloten der SU 25 nach der Landung als völlig verstört beschreibt. Er hat gestammelt, dass „es das falsche Flugzeug war“. Dazu später mehr.

Leider sind die Wrackteile der MH 17 unvollständig. Besonders Teile der vorderen Sektion, die die deutlichsten Spuren von Beschuss aufweisen, sind wohl beiseite geschafft und vernichtet worden. Aber Fotos auch dieser Teile existieren und können begutachtet werden. Nach der jetzigen Beweislage darf die Annahme als gesichert angesehen werden, dass es die ukrainische Armee war, die die Feuerpause um die Absturzstelle nicht eingehalten hat, um die Beweise für ihre Schuld vernichten zu können. Was aber gesichert werden konnte reicht völlig aus, den Beschuss durch eine SU 25 zweifelsfrei zu beweisen. Im Folgenden beschreibe ich auszugsweise die Beweislage, die auch einen Abschuss durch eine Boden-Luft-Rakete ausschließt.

Die Beweiskette

Beginnen wir mit dem Erstbeschuss durch eine Luft-Luft-Rakete R 60M. In der Struktur der Außenhaut nahe der Tür zwei wurde ein Teil gefunden, das nur der R 60M entstammen kann. Siehe Fotos. Ein solches Teil ist „boeing-fremd“, kann auch nicht dem Gepäck eines Passagiers entstammen und somit ist der Erstbeschuss durch eine Luft-Luft-Rakete allein dadurch zweifelsfrei nachgewiesen. Bilder durch Anklicken vergrößern.

Das Fragment aus der R 60M-Luft-Luft-Rakete
Schnittbild einer R 60M
An dieser Stelle ist das Teil in der R 60M verbaut, das in der MH 17 gefunden wurde
Durch Anklicken als PDF herunterladen

Dieser Beschuss hat bereits die Elektronik der B 777 massiv gestört und es gab keine Zeit für die Piloten, die Funktion wiederherzustellen oder Notrufe zu senden, denn nur sieben Sekunden später folgte der direkte Beschuss, deren Beweise nun folgen und die sind vielfältig. Zunächst ist hier das Foto des Cockpit-Fragments zu nennen, auf das ich meine erste Analyse gestützt habe. Dieses Bild beweist bereits, dass MH 17 von einem Kampfflugzeug beschossen worden ist.

Der gezielte Mord am Kapitän

Dann die Pilotensitze und die Leiche des Kapitäns. Diese weist im Brustbereich mehrere runde Löcher auf. Weitere Fotos von Flugzeugfragmenten weisen Löcher und Beschädigungen auf, die nur durch direkten Beschuss entstanden sein können. Die unterschiedliche Form und Größe der Einschusslöcher sind durch unterschiedliche Beschusswinkel entstanden. An den Rändern der Einschusslöcher können Kupfer- und Schmierstoffspuren nachgewiesen werden, die nur von Geschossen der SU 25 stammen können.

Wie sich die Fragmente im Flugzeug einpassen
Teil des Cockpit-Dachs
ACHTUNG! Dieses Bild ist nur für starke Nerven! Die Leiche des Kapitäns, notdürftig abgedeckt mit einer Plastikplane.
Die Einschüsse im Sitz des Kapitäns
Eine Streugarbe in der Sequenz
Derartige Beschädigungen können nicht von einem BUK-System stammen, wie auch die weiteren Bilder zeigen.
Der Triebwerkseinlass des rechten Motors zeigt Spuren des Beschusses
Angriffswinkel des ersten direkten Beschusses

Beachtung sollte auch das Fragment finden, das die Umrandung eines Triebwerkseinlasses zeigt. Es belegt unter anderem den Angriffswinkel des ersten direkten Beschusses von rechts hinten. Siehe Grafik.

Zweifel sind ausgeschlossen

Nachdem der Beschuss der MH 17 durch eine ukrainische SU 25 unzweifelhaft nachgewiesen ist, erübrigt es sich darauf näher einzugehen, warum ein Beschuss mit einer Boden-Luft-Rakete vom Typ BUK auszuschließen ist. Ich weise nur darauf hin, dass an keinem Trümmerteil der MH 17 eine Beschädigung zu finden ist, die durch eine BUK entstanden sein kann. Wer hier immer noch zweifelt, der möge sich den ausführlichen Bericht hier ansehen, der im Übrigen vollständig der frühen Analyse von Bernd Biedermann entspricht. Bernd Biedermann war Oberst der NVA und darf als Experte für das BUK-System zitiert werden.

Wer sollte wirklich umgebracht werden?

Die Beweise liegen also vor, dass die MH 17 vorsätzlich und wahrscheinlich von langer Hand geplant und vorbereitet von einer ukrainischen SU 25 abgeschossen worden ist. Doch nun zu der Aussage des SU 25-Piloten: Es war das falsche Flugzeug. Von Anfang an kursierte die These, dass dieser Angriff eigentlich dem Flugzeug Putins galt, das tatsächlich zeitgleich einige hundert Kilometer nördlich geflogen ist. Wir wissen, dass Frau Timoschenko am liebsten Putin mit einer Kalaschnikow erschießen wollte. Aus gesicherter Quelle habe ich erfahren, dass der Journalistenstab und die Redakteure des Bayrischen Rundfunks von der These überzeugt sind, dass Putin abgeschossen werden sollte. Sie dürfen ihre Überzeugung nicht publizieren. (Pressefreiheit???)

Also habe ich versucht, den Originalflugplan von Putins Maschine zu erhalten. Meine diesbezügliche Anfrage an das BFS (Bundesamt für Flugsicherung) wurde abgelehnt und zwar mit dem Argument, das man eigentlich nur von der US-Regierung kennt: Nationale Sicherheit! Dazu muss man wissen, dass ein Flug auf einer bestimmten Route geplant wird, diese jedoch während des Fluges geändert werden kann und – man kann sagen in 100 Prozent aller Flüge – geändert wird. Wenn also der Originalflugplan von Putins Maschine über die Ukraine geführt hat – und dafür spricht einiges – dann hat dieser Angriff mit höchster Wahrscheinlichkeit tatsächlich Putin gegolten.

Das falsche Flugzeug am falschen Ort

Es war dann das Unglück der 298 Insassen der MH 17, dass Putins Maschine den Weg über Polen gewählt hat. Zum weiteren Verständnis: Für den Pilot der Su 25 war es nahezu unmöglich zu erkennen, ob es sich bei seinem Ziel um eine B 777 oder Putins IL 96 gehandelt hat. Er hat seinen ersten Angriff mit der Luft-Luft-Rakete aus etwa sechs Kilometer hinter der Maschine gestartet; unter Zeitdruck, denn das Flugzeug drohte in wenigen Minuten in russischen Luftraum einzufliegen. Aus dieser Position kann er nicht unterscheiden, ob er eine Boeing 777 oder eine IL 96 vor sich hat. Er kann nicht einmal unterscheiden – zum Beispiel an den Kondensstreifen – ob er ein zwei- oder viermotoriges Flugzeug vor sich hat.

Der gesamte Vorgang um die MH 17 erhält so eine völlig neue Dimension. Die Aussage des ukrainischen SU 25-Piloten wird schlüssig. Es gab auch keine Alternative für den Pilot, nachdem er den ersten Schuss auf die MH 17 abgegeben hat, seinen tragischen Irrtum möglicherweise sogar erkannt hat und die Boeing noch flugfähig war – mit lebendigen Piloten im Cockpit. Man muss sich nur vorstellen, was die Folgen gewesen wären, wenn die angeschossene MH 17 auf irgendeinem Flughafen eine Notlandung erfolgreich durchgeführt hätte. Der Beweis für den Angriff wäre unwiderlegbar gewesen, inklusive der Zeugenaussagen der Überlebenden. Dieser unwiderlegbare Beweis für die Schandtat der ukrainischen Seite musste verhindert, zerstört werden.

Das Dilemma des Westens und der NATO

Ich stelle zusammenfassend fest: Das ungeheuerliche Verbrechen, eine zivile Passagiermaschine mit 298 Menschen an Bord abzuschiessen, ist aufgeklärt. Dass die Verantwortlichen dafür zumindest im Umfeld der Kiew-Regierung zu finden sind, steht fest. Um aufzuklären, ob dieses Verbrechen tatsächlich Putin direkt gegolten hat, muss der Originalflugplan von Putins Maschine offengelegt werden. Ich bitte an dieser Stelle darum, dass sich jeder, der die Möglichkeit hat, darum bemühen sollte, diesen Flugplan offenzulegen. Er kann ihn mir anonym zukommen lassen, ich sichere als Journalist Informantenschutz zu.

Man darf jetzt gespannt sein, wie lange die Öffentlichkeit weiterhin auch von unserer Regierung belogen wird. Natürlich ist der „Westen“ in einer prekären Lage. Die gesamte Haltung zur Kiew-Regierung muss in ihr Gegenteil verkehrt, die Bestrafung der Schuldigen gefordert werden. Alle westlichen Regierungen und großen Zeitungen/Fernsehanstalten müssen sich bei Russland/Putin in aller Form entschuldigen und selbstverständlich sämtliche Sanktionen mit sofortiger Wirkung aufgehoben werden. Wie gesagt, man darf gespannt sein, wie lange der Westen seine Lügen zu MH 17 aufrechterhalten wird, nachdem die Beweislage nun unzweifelhaft vorliegt.

Nachsatz, wichtig: Angesichts dessen, dass der Eindruck entstehen muss, dass unsere Regierung offensichtlich auch im Fall Ukraine/MH 17 nicht wirklich frei handlungsfähig ist, haben wir eine Petition gestartet, zur Wiedererlangung der vollständigen Souveränität Deutschlands. Wir bitten Sie, diese zu unterstützen und zu unterzeichnen, damit sich der Bundestag mit diesem Thema beschäftigen muss. Klicken Sie auf den Button rechts oben oder direkt HIER.

Hier können Sie einen ausführlichen Bericht einsehen, mit weiterführenden Details, allerdings in englisch und einer schlechten Übersetzung des Originals. http://www.globalresearch.ca/how-the-malaysian-airlines-mh17-boeing-was-shot-down-examination-of-the-wreckage/5435094

Inszenierter Terrorismus (Nachdenkseiten)

Originial hier: http://www.nachdenkseiten.de/?p=25067#more-25067
mit interessantem (kurzen) Video “Ulla Jelpke: Demokratieabbau im Schatten von Terrorwarnungen”

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Dass mit Terrorwarnungen auch Politik betrieben wird, ist längst evident. Immer häufiger treiben solche Warnungen Menschen hinein in Verunsicherung und Angst oder dienen gar – wie zuletzt in Dresden sichtbar wurde – der Forcierung bzw. Flankierung weiteren Demokratieabbaus. Während die Bundesregierung zu derlei Fragen nur schweigt und nicht offenzulegen bereit ist, wie oft und aus welchen konkreten Gründen sowie mit welcher Strategie die Bevölkerung in den letzten Jahren jeweils „gewarnt“ und somit verängstigt worden ist, sprach Jens Wernicke mit Wolfgang Frindte und Nicole Haußecker von der Universität Jena, die seit Langem zu den Wirkungen von derlei politischen Maßnahmen forschen und arbeiten.

Herr Frindte, Frau Haußecker, Sie haben sowohl zu „Inszeniertem Terror“ als auch zum „Feindbild Islam“ geforscht und publiziert. Was halten Sie von den aktuell europaweit vollzogenen „Terrorwarnungen“ – beispielsweise gerade in Dresden und vermeintlich „gegen die PEGIDA“? Was geschieht hier?

Wolfgang Frindte: Damit kein Missverständnis aufkommt: Ein Terror-Risiko besteht zweifellos. Dass Anschläge stattfinden, haben wir ja kürzlich erst gesehen. Viele Terrorwarnungen werden jedoch dramatisiert und vorschnell in den Medien wiedergegeben, ohne weitere Hintergrundinformationen zu präsentieren – oder wie im Falle des Verbotes der Demonstrationen in Dresden überhaupt Belege für eine konkrete Gefahrenlage zu präsentieren. In Verbindung mit emotionalen Bildern kann das dann Ängste bei Rezipienten schüren, die diese Nachrichten nicht einordnen oder kontextualisieren können.

Nicole Haußecker: Solch vorschnellen Schuldzuweisungen und Verantwortungszuschreibungen zum islamistischen Terror konnten wir in unseren Fernsehanalysen schon mehrfach nachweisen. Wenn sich diese Schuldzuweisungen dann nicht bestätigen, wie beispielsweise 2011 in Norwegen, wird das im weiteren Verlauf der Berichterstattung eher beiläufig präsentiert bzw. nicht so stark dramatisierend dargestellt wie die ersten Meldungen, so dass sich diese dann schon eingeprägt haben bzw. deutlich besser einprägen. Das nennt man in der Psychologie auch Primacy Effect. Einmal geschaffene Urteile bzw. Vorurteile sind also nicht mehr so leicht aus der Welt zu bekommen…

Wolfgang Frindte: Bei Terrordrohungen und -warnungen ist daher unbedingt eine differenzierte und sorgfältige Darstellung notwendig, die leider in der Medienberichterstattung sehr häufig vernachlässigt wird.

Nicole Haußecker: In der Berichterstattung werden die Begriffe “Terror und Terrorismus“ bei einigen Fernsehsendern leider häufig vorschnell und unreflektiert eingesetzt und stark im Zusammenhang mit dem Islam thematisiert, wie zahlreiche Medienanalysen bestätigen. Die Empirie spricht hier mittels der Statistik jedoch eine ganz andere Sprache, bildet eine andere Realität ab. So beispielsweise, dass im Jahr 2013 von 152 Terroranschlägen in Europa mehr als 60 Prozent von separatistischen Terrorgruppen in Frankreich, Spanien und Griechenland verübt worden sind, die mit dem Islam nicht das Geringste zu tun haben dürften.

Außerdem ergab unsere Fernsehanalyse der Nachrichten von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 über eineinhalb Jahre hinweg, dass im Durchschnitt öfters als jeden 2. Tag in irgendeiner Form über Terror bzw. Terrorismus berichtet worden ist. Und auch hier stellt sich sozusagen die Frage der Verhältnismäßigkeit bzw. der gesellschaftlichen Relevanz: Nicht nur werden Islam und Terror unverhältnismäßig oft im gleichen Atemzug genannt; auch gibt es deutlich größere gesellschaftliche Probleme als den Terror in Europa, spiegelt sich dies jedoch in der Medienrealität wenig wider.

Und welche Wirkungen hat derlei auf die Menschen? Ich kann mich noch an ein Weihnachten vor einigen Jahren erinnern, da war der ganze Mainzer Bahnhof von schwerbewaffneten Polizisten, die mehr nach Soldaten aussahen, gesäumt. Und eine Bekannte von mir berichtete mir jüngst, wenn sie in der Berliner U-Bahn eine Muslima mit Kopftuch sehe, bekäme sie umgehend Angst vor einem Bombenattentat. Hat das eine hier womöglich mit dem anderen zu tun?

Wolfgang Frindte: Ja, dieser Zusammenhang ist naheliegend und wir haben auch empirische Belege dafür, dass die Terrorismusberichterstattung einen sehr starken Islambezug herstellt, über alle möglichen Themenkomplexe und viele Jahre hinweg. Aufgrund solch einer konsonanten Berichterstattung entstehen beim Rezipienten schließlich die Verknüpfungen: Islam, Bedrohung, Terror – die sich immer mehr festigen und entsprechend aktiviert werden, wenn man beispielsweise eine Muslima sieht. Größtenteils stammt das Wissen der deutschen Bevölkerung über Terrorismus ja aus den Medien.

Werden da also Ängste sozusagen regelrecht gesät oder zumindest doch in eine bestimmte Richtung kanalisiert?

Nicole Haußecker: Ob jetzt intentional Ängste hervorgerufen werden und eine größere Strategie dahinter steckt, können wir natürlich nicht sagen, da wir uns ja ausschließlich mit der Medienberichterstattung und den Wirkungen in der Bevölkerung beschäftigen.

Dass die Berichterstattung jedoch Terrorismus, Bedrohungsdarstellungen und den Islam miteinander verknüpft, konnten wir in unseren Analysen bestätigen. Auch, dass die dazu eingesetzten Bilder bei einigen Sendern wie etwa Sat.1, ZDF und RTL zu erhöhter Angst führen und Hintergrundberichte kaum vorhanden sind bzw. im Zusammenhang mit einer stark emotionalisierenden und dramatisierenden Berichterstattung nicht richtig verarbeitet und abgespeichert werden können.

Interessanterweise zeigen unsere Befunde aus zwei Panelstudien im Zeitraum von 2007 bis 2009 bzw. 2010 bis 2012, dass gerade die Menschen, die viel Privatfernsehen zur Informationssuche konsumieren, stärkere Ängste haben und auch mehr Vorurteile gegenüber Muslimen äußern als die anderen.

Wolfgang Frindte: Und hinzu kommt auch noch die überdimensionierte Berichterstattung über Anti-Terror-Maßnahmen, die 63 Prozent der analysierten Berichterstattung ausmachte, im Vergleich zu Ursachendarstellungen, mit denen sich nur 15 Prozent der analysierten Berichterstattung befassten, und die eben auch Bedrohungsgefühle verstärkt und die Menschen gegenüber potentiellen Bedrohungen sensibilisiert. Und diese Bedrohungen werden dann schließlich auf Muslime attribuiert.

Vollzieht sich im Hintergrund dieser Entwicklungen Ihrer Auffassung nach denn gerade das, was Huntington als „Kampf der Kulturen“ thematisiert? Oder ist auch dieser, um in Ihrer Wortwahl zu bleiben, mehr oder minder … „inszeniert“?

Wolfgang Frindte: Den Clash of Cultures, nicht Kampf der Kulturen, wie die falsche Übersetzung des Huntington-Buches im Deutschen lautete, gibt es ja seit längerem. Zumindest ist es eine spannende Zeit und es wird sich zeigen, ob die Werte der Aufklärung, die der fundamentalistischen Traditionen, zu denen auch die Überzeugungen der Pegida-Protagonisten und anderes deutsch-nationale Handeln im In- und Ausland gehören, oder aber eine Mischung von beidem am Ende übrig bleiben wird.

Nicole Haußecker: Unserer bisherigen Forschung zufolge stellt es sich allerdings so dar, dass häufig von Konflikten zwischen der „westlichen“ und der „islamischen“ Welt gesprochen wird, dass aber häufig bspw. Opfer islamistisch motivierter terroristischer Attacken selbst Muslime sind, was deutlich macht, dass die Konfliktlinien auch innerhalb der bemühten gesellschaftlichen Strukturen und ihrer Grenzen verlaufen.
Die Ursachen dieser Konflikte, auch das zeigt ein differenzierter Blick, sind dabei vor allem politischer, sozialer und ökonomischer Natur. Religiöse Differenzen sind dabei zwar Teil dieser Konflikte, aber nicht deren Kern. Auch hier zeigen die Befunde unserer Fernsehanalysen von ARD, ZDF, RTL, Sat.1 allerdings, dass in 48 Prozent der Terrorismusberichterstattung über eineinhalb Jahre hinweg primär religiös-fundamentalistische Ursachen präsentiert werden, wenn es zu einer Ursachenanalyse denn überhaupt kommt.

Wolfgang Frindte: Ja, und „der Westen“ und „der Islam“ bilden dabei vor allem in vermeintlichen Bedrohungssituationen die kategorialen Grundlagen, um die eigene Gemeinschaft und die „der anderen“ in stereotyper Weise zu beurteilen.
Und mediale Konstruktionen über „den Westen“ und „den Islam“ liefern dafür nicht selten überhaupt erst den Rahmen, um die eigenen und fremden Wirklichkeiten in dieser Weise zu interpretieren. Vor allem spektakuläre Ereignisse, in denen Konflikte zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen thematisiert und fokussiert werden, können dabei als bedrohlich für die eigene Gemeinschaft erlebt werden. Durch die mediale Inszenierung solcher Ereignisse – und nicht etwa durch die mediale Konstruktion von Wirklichkeit an sich – können dann auch die Mythen über „den Islam“ und „den Westen“ als Bezugssysteme für die wechselseitigen Vorurteile ins Spiel kommen.

Die Darstellung eines Konfliktes zweier antagonistischer Lager – „der Westen“ und „der Islam“ – ist übrigens vor allem in Deutschland äußerst beunruhigend, denn schon 2009 zeigten unsere Befunde einen Zusammenhang, der für das interkulturelle Zusammenleben in Deutschland nicht unbedenklich ist: Personen, die Muslime generell ablehnen, befürworten auch eher verstärkte militärische Einsätze und verschärfte Sicherheits- sowie Überwachungsmaßnahmen im sogenannten „Kampf gegen den Terrorismus“. Ihre Ablehnung von Muslimen begründen diese Personen mit den Terrorgefahren, die von den Muslimen und den muslimischen Lebenswelten in Deutschland ausgehe.

Kurzum: Die mediale Berichterstattung über den Terror sowie der Umgang mit Terrorwarnungen etc. haben einen nicht unmaßgeblichen Beitrag zum Erstarken des antimuslimischen Rassismus im Land? Und wenn dem so ist: Was würden Sie raten, zu tun? Was würden Sie ändern, hätten Sie die Macht hierzu?

Wolfgang Frindte: Jean Baudrillard, ein französischer Philosoph, meinte einmal: „Es gibt keine gute Weise des Mediengebrauchs, die Medien sind Teil des Ereignisses, sie sind Teil des Terrors, und sie wirken im einen oder im anderen Sinne“. Zweifellos treibt Baudrillard mit dieser Aussage die Medienkritik auf die Spitze. Den Massenmedien kann einerseits kaum die Schuld oder Verantwortung für die zum Teil überzogenen Terrorwarnungen der letzten Jahre zugeschrieben werden.

Die Verbreitungsmedien schaffen andererseits aber die Voraussetzungen, dass lokale terroristische Ereignisse globale Wirkungen erzielen und ein globales Publikum finden. Moderner Terrorismus ist also auf die Funktion der Verbreitungsmedien angewiesen und spekuliert auf deren Wirkungen. Sicher, vom transnationalen und internationalen Terrorismus gehen lokale und globale Gefahren aus. Der Umgang mit diesen Gefahren wird allerdings nicht leichter, wenn die Terrorgefahren und Terrorrisiken in medial inszenierter Weise dramatisiert werden.

Nicole Haußecker: Bei aller Unterschiedlichkeit der Sender- oder Pressephilosophien müssen sich Journalisten daher auch in der Verantwortung sehen und fragen, welche Effekte sie erzielen. Die Gefahr ist, dass wir all jenen mit großem Misstrauen begegnen, die nicht in unser Raster des deutschen Stereotyps hineinpassen. Dieses Wissen sollten Journalisten ihrer Arbeit immer zugrunde legen. Das wäre dann auch die Mahnung, die wir den Medienmachern ins Stammbuch schreiben möchten.

Ich bedanke mich für das Gespräch.

Wolfgang Frindte (Prof. Dr. phil. habil.) ist Leiter der Abteilung Kommunikationspsychologie am Institut für Kommunikationswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Nicole Haußecker (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin ebendort. Forschungspraktisch interessiert sie sich vor allem für Nachrichtenforschung (hier insbesondere die Krisen- und Kriegsberichterstattung), Terrorismus- und Extremismusforschung, visuelle Kommunikation, Emotions- und Rezeptionsforschung sowie Framing und Stereotypisierungen.

Weiterlesen:

Artikel: „Terrorwarnung in Deutschland: Hysterie, die Himmelangst macht“
Artikel: „Durchschaubares Manöver: USA schüren Terrorpanik“
Artikel: „Von Terrorangst zum Polizeistaat. Warum de Maizière Bundespolizei und Bundeskriminalamt fusionieren will“
Buch: „Inszenierter Terrorismus. Mediale Konstruktionen und individuelle Interpretationen“